Konsens und eine ganze Reihe von Kompromissen – das mit Nervenkitzel erwartete Gigantentreffen zwischen Trump und Xi endete mit einem Erfolg.
Vorausgegangen war ein diplomatischer Tsunami Trumps im Handelskrieg. Der Fokus lag auf den sogenannten seltenen Erden.
Seltene Erden sind Grundstoffe der modernen Technologie. Datenzentren, Smartphones, Elektroautos, Kampfflieger. Verteidigungssysteme – ohne seltene Erden läuft nichts.
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Der grosse Dominator dieser Erdschätze ist China. Der asiatische Riese kontrolliert 60 bis 70 Prozent des Abbaus von seltenen Erden. 85 bis 90 Prozent der weltweiten Raffineriekapazitäten sind in Pekings Hand.
Jüngst hat Xi im Handelskrieg mit den USA den Joker ausgespielt. Er nutzte seltene Erden als Druckmittel. China hat strengere Exportkontrollen verordnet. Und damit hat er Trump an der Achillesferse getroffen. Vermeintlich.
Doch der US-Präsident holte vor dem grossen Gipfel der Asean-Staaten in Südkorea und dem Direkttreffen mit Xi zur Gegenoffensive aus. In einer diplomatischen Blitzaktion schmiedete er Allianzen, um Chinas Dominanz in der Versorgungskette der seltenen Erden zu brechen.
Fox News nennt die Mission «The Art of the Rare Earth Deal». Konkret verbuchte Trump einen Hattrick.
Zuerst schloss er mit Australien ein Abkommen über rare Mineralien und Lieferketten.
Dann unterzeichnete er auf seiner Asien-Tour mit der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi ein Partnerschaftsabkommen über seltene Mineralien.
Schliesslich erhöhte Trump in den letzten Tagen den Druck auf China, indem er mit den südostasiatischen Ländern Thailand, Malaysia, Kambodscha und Vietnam umfassendere Deals über rare Mineralien erzielte.
Flankierend bearbeitet Trump die EU. Sein Ziel: europäische Lieferketten für seltene Erden mit Australien, Kanada und Südostasien zu diversifizieren.
Der Hattrick zeigt Wirkung. Er trug beim Direkttreffen mit Xi zu einer Einigung bei. China bestätigt: Man werde die verschärften Exportkontrollen für seltene Erden zunächst für ein Jahr aussetzen. Zudem habe man eine Vereinbarung über die Lieferung von seltenen Erden erzielt.
Und: China sichert zu, härter gegen den illegalen Handel mit der Todesdroge Fentanyl vorzugehen.
Und: Xi willigt ein, Chinas Tore für Importe aus den USA zu öffnen.