Erstmals in der Geschichte hat der Goldpreis am Dienstag die Marke von 3500 Dollar pro Feinunze überschritten. Auslöser ist ein weiterer Angriff von Präsident Donald Trump auf den Vorsitzenden der US-Notenbank, Jay Powell, berichtet die Financial Times.
Trump hatte Powell auf seiner Plattform Truth Social als «Mr Too Late» verspottet und eine sofortige Zinssenkung gefordert. Die Aussagen erfolgten kurz nachdem Powell gewarnt hatte, dass Trumps Zollpolitik das Wirtschaftswachstum dämpfen und die Inflation weiter anheizen werde.
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«Die wachsende Einflussnahme Trumps auf Powell schürt Sorgen um die Unabhängigkeit der Federal Reserve», sagte ein Finanzexperte der FT. Anleger flüchteten in sichere Häfen wie Gold, den japanischen Yen oder deutsche Bundesanleihen. Letztere verzeichneten einen leichten Renditerückgang.
Auch die US-Märkte reagierten: Der Börsen-Index S&P 500 und der Nasdaq eröffneten gefestigt, nachdem sie am Vortag Verluste hinnehmen mussten. Dennoch bleibt die Volatilität hoch – und mit ihr die Unsicherheit über die Stabilität des Dollar.
Gold hat allein in diesem Jahr um 32 Prozent zugelegt. Im ersten Quartal flossen 19 Milliarden Dollar in goldgedeckte ETFs. Der physische Goldhandel ist insbesondere in Asien und zunehmend auch in Europa gefragt – in Deutschland sei das Kaufinteresse über Ostern besonders hoch gewesen.