Die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman könnten zu den Hauptprofiteuren eines möglichen Kriegsverlaufs rund um den Iran und die Strasse von Hormus werden. Dies schreibt der britische Autor Jonathan Aitken in einem Beitrag für The Spectator.
Aitken stützt sich auf jahrzehntelange Erfahrung in der Golfregion und beschreibt deutliche geopolitische Verschiebungen. Während die USA laut seiner Einschätzung an Ansehen verlören und der Iran militärisch wie wirtschaftlich schwer geschwächt werde, könnten einzelne Golfstaaten strategisch profitieren. Iran drohe «für Jahrzehnte» geschwächt zu bleiben, was zwar Israel nütze, aber die regionale Stabilität insgesamt belaste.
Ryan Carter/EPA/Keystone
Innerhalb der Golfstaaten erwartet Aitken eine differenzierte Entwicklung. Bahrain und Katar könnten an Bedeutung verlieren, während Saudi-Arabien zwar innenpolitisch stabil bleibe, sich aussenpolitisch aber vorsichtiger positioniere. Besonders im Fokus stehen die Vereinigten Arabischen Emirate: Trotz Angriffen mit über 2000 iranischen Raketen und Drohnen und sichtbaren Schäden an Infrastruktur und Vertrauen bleibe insbesondere Abu Dhabi stabil. Die Hauptstadt kontrolliere den Grossteil der Ölreserven und verfüge über politische Kontinuität. Präsident Mohammed bin Zayed habe erklärt: «Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein Vorbild. Ich verspreche allen, dass wir gestärkt aus dieser Situation hervorgehen werden.»
Parallel dazu rückt Oman in den Vordergrund. Das Land habe sich durch langjährige Neutralität kaum zur Zielscheibe gemacht und profitiere von Infrastrukturprojekten sowie einer geplanten Öffnung für Investitionen im Rahmen der «Oman Vision 2040». Aitken sieht darin die Grundlage für einen wirtschaftlichen Aufschwung, unterstützt durch seine Rolle als Vermittler zwischen den Konfliktparteien.
Die Machtbalance am Golf könnte sich damit nachhaltig verschieben – zugunsten jener Staaten, die Stabilität, Kapital und geopolitische Zurückhaltung verbinden.