Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt hat in einem Interview mit der Taz die Schriftstellerin und Brandenburger Verfassungsrichterin Juli Zeh kritisiert. Anlass war ein früheres Gespräch der Zeitung mit Zeh, in dem diese Verständnis für AfD-Wähler in Ostdeutschland gezeigt hatte. Göring-Eckardt sagte, sie habe sich «geärgert, dass sich Juli Zeh so unumwunden, vielleicht auch nur scheinbar, aber am Ende doch gemeinmacht mit den AfD-Wählern in ihrem Dorf».
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Zeh bringe den AfD-Wählern zu viel Verständnis entgegen, während niemand an queere Menschen und Schwarze denke, die sich nicht mehr nach Ostdeutschland trauen würden. Wörtlich sagte Göring-Eckardt: «Die kriegen Schiss. Weil sie queer sind, eine andere Einstellung haben, weil ihre Cousine schwarz ist und auch zum Geburtstag kommen will.»
Die ehemalige Grünen-Chefin wandte sich zudem gegen die Vorstellung, soziale Probleme könnten rechtsextreme Wahlergebnisse erklären. Das sei kein Grund, «eine Partei zu wählen, die rechtsradikal ist und menschenfeindliche Politik macht», so Göring-Eckardt. Sie sprach sich erneut für ein AfD-Verbot aus und betonte, man müsse zwar weiter mit Nachbarn reden, die AfD wählten, aber eine Brandmauer der politischen Zusammenarbeit müsse bestehen bleiben.