Deutschlands früheres Grenzgebiet zwischen Ost und West soll Unesco-Welterbe werden: Der Bund und mehrere Länder planen, den ehemaligen DDR-Todesstreifen als sogenanntes Grünes Band unter internationalen Schutz stellen zu lassen, berichtet die Bild-Zeitung. Auf rund 1400 Kilometern von der Ostsee bis ins Vogtland erstreckte sich einst die hochgesicherte Grenze – mit Zäunen, Minen und Wachtürmen. Heute gilt der Streifen als eines der bedeutendsten Biotopverbunde Europas.
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Nach dem Mauerfall entwickelte sich auf dem Gebiet ein einzigartiges Naturareal. Laut Alexandra Kruse vom Welterbe-Büro leben dort über 10.000 Tier- und Pflanzenarten, darunter mehr als 1100 Rote-Liste-Arten. Besonders bemerkenswert: 20 der 24 streng geschützten Fledermausarten Deutschlands kommen im Grünen Band vor.
Doch es geht nicht nur um Naturschutz. Auch als Kulturdenkmal soll der ehemalige Todesstreifen gewürdigt werden. Als erstes «gemischtes Welterbe» Deutschlands würde das Areal sowohl die Natur als auch das immaterielle Erbe der friedlichen Revolution von 1989 bewahren. Gedenkstätten, Museen und historische Erinnerungsorte an die Teilung Deutschlands wären Teil des Schutzstatus.
Ein Sprecher des hessischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Kultur betonte: «Unser Ziel ist klar: die ehemalige innerdeutsche Grenze als Ort von Natur, Geschichte und Freiheit zu würdigen.»