Jeffrey Epstein liess eine Frau ein Schneewittchen-Kostüm kaufen – nur drei Wochen bevor der damalige Barclays-Chef Jes Staley ihm in einer E-Mail schrieb: «Das war lustig. Grüss Schneewittchen von mir.» Die Nachricht ist Teil einer nun veröffentlichten E-Mail-Korrespondenz zwischen dem Banker und dem verurteilten Sexualstraftäter Epstein, die ein fragwürdiges Verhältnis zwischen den beiden offenbart.
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Am 20. Juni 2010 schrieb Epstein einer Frau: «Ich würde dich gerne in einem Schneewittchen-Kostüm fotografieren. Du bekommst es im Kostümladen.» Die Frau antwortete: «Wird erledigt!» Am 10. Juli folgte dann Staleys Mail mit dem Hinweis auf Schneewittchen. Epstein antwortete: «Welche Figur hättest du als Nächstes gerne?» – woraufhin Staley schrieb: «Die Schöne und das Biest.» Epsteins Reaktion: «Nun, eine Seite ist verfügbar.»
Am selben Tag ging auch eine weitere Nachricht bei Epstein ein, mutmasslich von einer zweiten Frau, in der es heisst: «Schneewittchen wurde zweimal gef*****, sobald sie ihr Kostüm angezogen hatte.» Die Altersangaben der Frauen bleiben in allen E-Mails unklar. Laut Financial Times stammen die Mitteilungen aus einer Sammlung von Unterlagen des US-Justizministeriums.
Jes Staley bestreitet jede ungebührliche Nähe zu Epstein. In einem Gerichtsverfahren 2025 erklärte er unter Eid: «Ich schwöre bei Gott, als ich die E-Mails durchging, hatte ich keine Ahnung, worauf sich das bezieht. Ich weiss nicht, wer Schneewittchen ist.» Auch habe er nie Frauen mit Disney-Figuren verglichen. Der Banker war 2021 als CEO von Barclays zurückgetreten, nachdem die britische Finanzaufsicht eine Untersuchung eingeleitet hatte.