Ich habe gute Nachrichten für Sie. Es könnte sein, dass wir in den westlichen Ländern bald den Punkt erreicht haben, an dem Linke nichts mehr finden, was noch rassistisch sein könnte, weil einfach alles bereits als rassistisch gebrandmarkt wurde. Es könnte aber auch sein, dass der Rest der Bevölkerung endlich bemerkt hat, dass man die öffentliche Diskurshoheit nicht irgendwelchen blauhaarigen Irren überlassen sollte.
CAROLINE BREHMAN / KEYSTONE
Letzteres dachten sich vermutlich auch die Erfinder der neuesten Werbekampagne des US-amerikanischen Modeunternehmens American Eagle, die nach Jahren der erzwungenen woken Hässlichkeit in der Werbung mit der bahnbrechenden Idee um die Ecke kamen, einfach mal wieder eine hübsche junge Frau für ihre neuesten Spot zu engagieren. Vorbei die Zeiten, in denen man sich als potenzieller Konsument, wie bei Calvin Klein, adipöse Geschlechtsneutrale mit zu viel Körperbehaarung auf Plakaten anschauen musste. Ab jetzt gilt wieder «Sex sells». Oder anders gesagt: Die Welt erholt sich von den woken Gehirnfürzen linker Diversitätsakrobaten.
Das stört natürlich all jene, die in den letzten Jahren die öffentliche Deutungshoheit innehatten und gefallen daran fanden, anderen Menschen zu erklären, was ihnen zu gefallen hat und was nicht. Eine davon ist Autorin Lilly Schröder, die in einem aufgeregten Kommentar für die Taz in der Werbung von American Eagle «rassistische und eugenische Erzählungen» erkannt haben will. Grund dafür ist das Wortspiel great jeans/genes in Verbindung mit der Tatsache, dass es sich bei Kampagnengesicht Sydney Sweeney um eine «weisse Schauspielerin mit blauen Augen, blondem Haar und normschönem Körper» handelt. Der Tenor: Wer als weisse hübsche Frau von «guten Genen» spricht, überhöht sich selbst gegenüber Menschen anderer Hautfarbe und ist deshalb Nazi. Umgekehrt gilt diese Erzählung natürlich nicht.
Denn während alle anderen auf der Welt stolz auf ihre Wurzeln, ihre Ethnie, Religion und Gene sein dürfen, sollen weisse Menschen vor allem eines tun: sich schämen. Was bei sogenannten people of color als Ausdruck von Stärke, Selbstbewusstsein und Empowerment gefeiert wird, wird bei weissen Menschen als Abwertung anderer Ethnien und damit per se als rassistisch gewertet. Damit offenbaren jene, die dies unterstellen, letztlich nicht nur, dass sie keine wirklichen Probleme haben, sondern auch, dass sie selbst die grössten Rassisten sind.
Aber die pseudomoralischen Daumenschrauben funktionieren nicht mehr. Der Rassismusbegriff ist abgenutzt. Die Menschen haben genug. Um 22 Prozent stieg die Aktie von American Eagle nach Bekanntmachung der Zusammenarbeit mit Sweeney. Die Leute haben genug von sozialistischer Gleichmacherei und Verbannung von Schönheit. Das Motto lautet: Back to normal. Woke is over.