Häuptling «Leere Flasche» besteigt den Thron: Kurioses und Unschweizerisches an der Bundesratsfeier von Martin Pfister
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Häuptling «Leere Flasche» besteigt den Thron: Kurioses und Unschweizerisches an der Bundesratsfeier von Martin Pfister

Der neue Mitte-Bundesrat Martin Pfister ist in seinem Wohnort Baar im Kanton Zug gefeiert worden. Dabei spielte sich Kurioses und Unschweizerisches ab.

Eine Reporterin von 20 Minuten berichtet, Pfister habe «fast schon royal» in die Menge gewinkt – «aus der Kutsche und später auch vom Balkon».

Königliche Allüren in der direktdemokratischen Schweiz? Please.

Häuptling «Leere Flasche» besteigt den Thron: Kurioses und Unschweizerisches an der Bundesratsfeier von Martin Pfister

Es kommt noch dicker. «Auf einer Art Thron signierte Pfister später leere Flaschen mit seinem Konterfei drauf», lesen wir weiter.

Häuptling «Leere Flasche» auf dem Thron: Die Symbolik erschliesst sich uns nicht ganz.

Da hilft es auch nicht weiter, wenn wir erfahren, dass es nach dem royalen Winken in die Menge und den Ansprachen («Mir kommen die Tränen, wenn ich euch sehe») gratis Bier zu Ehren des Gewählten gab, das «innert Minuten alle» war.

Wollte Pfister mit seinen Tränen andeuten, dass er aus demselben (weichen) Holz geschnitzt ist wie seine Vorgängerin Viola Amherd, die weinte, als sie im Parlament verabschiedet wurde und dabei womöglich auf den Trümmerhaufen ihres Wirkens zurückblickte?

Und weiter wäre zu fragen: Erträgt das Fussvolk die gnädigen Herren aus Bern nur noch, wenn es sich besäuft?

Andernorts erfahren wir: «Die Zentralschweiz feiert nach über zwanzig Jahren den Wiedereinzug in den Bundesrat.» (Nebelspalter)

Ich weiss nicht: Hat eine Grossregion aus sechs verschiedenen Kantonen Grund zum Feiern, weil einer aus dieser Grossregion Bundesrat wird – und erst noch mit dem Segen der Linken, die in dieser Grossregion sonst nicht so gross auftrumpfen?

Ginge es nicht vielmehr darum, welche Politik dieser Bundesrat verfolgt, was er für die Schweiz und die Schweizer tut, als darum, woher er zufällig kommt? Macht er eine bessere Politik, weil er mein Nachbar ist?

Und überhaupt: Was soll dieser royal angehauchte Personenkult in lokalpatriotischem, regionalklientelistischem Gewand?

Fragen über Fragen.

Der König von Baar wird sich jedenfalls als Diener des Volkes, des Chefs in der Schweiz, erst noch beweisen müssen. Ganz nüchtern.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.