Nius-Chefredakteur Julian Reichelt hat erklärt, ZDF-Moderator Markus Lanz habe ihn nach der Sendung mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther persönlich angerufen und sein Entsetzen über dessen Aussagen bekundet. Lanz habe in einem rund 30-minütigen Telefonat seine Sorge über eine mögliche «Verbots- und Zensurforderung gegenüber Nius» geäussert, sagte Reichelt.
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Öffentlich habe sich Lanz später jedoch anders positioniert und Günthers Aussagen verteidigt, kritisierte Reichelt. Der Talkmaster habe ihm gegenüber erklärt, es sei für ihn ein «unglaublicher Moment» gewesen, als er realisiert habe, dass Günther «kurz davor» gestanden habe, ein Verbot freier Medien zu fordern.
Auslöser der Debatte waren Aussagen Günthers in der ZDF-Sendung «Markus Lanz». Dort bezeichnete der CDU-Politiker «Nius und solche Portale» als «Feinde der Demokratie». Auf die Frage von Lanz, ob man solche Angebote notfalls «zensieren oder im Extremfall verbieten» müsse, antwortete Günther mit «Ja». Später stellte der Ministerpräsident klar, er habe sich auf ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige bezogen, nicht auf Medienportale.