Die deutsche Fahrradmarke Möve, gegründet 1897, steht erneut vor dem Aus. Am 10. September hat die Möve Mobility GmbH zum zweiten Mal binnen weniger Jahre Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg bestellte laut Bild-Zeitung Florian Kleinschmit von der Kanzlei White & Case zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der Geschäftsbetrieb werde vorerst «in vollem Umfang fortgeführt», ein strukturierter Investorenprozess sei bereits angelaufen.
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Trotz der positiven Marktentwicklung bei E-Bikes konnte das Traditionsunternehmen seinen Betrieb wirtschaftlich offenbar nicht nachhaltig stabilisieren. Seit 2014 hatte Möve ausschliesslich elektrisch unterstützte Fahrräder produziert – zuletzt das Leichtgewicht-Modell Avian aus Titan zum Preis von 5990 Euro.
Die Historie des Unternehmens reicht bis ins Kaiserreich zurück: Schon 1897 wurde der Markenname Möve eingetragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Firma als VEB Möve-Werk ein industrielles Schwergewicht in der DDR. Erst 2012 wurde die Marke wiederbelebt, wechselte seither mehrfach den Besitzer und produzierte seit 2022 in Thüringen.
Warum es nun erneut zur Zahlungsunfähigkeit kam, ist laut Bild derzeit unklar. Auch zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter machte die Geschäftsführung bislang keine Angaben.