Die umstrittene Gaza Humanitarian Foundation (GHF) hat am Montag überraschend ihren Rückzug aus dem Gazastreifen bekanntgegeben. Die Organisation, die im Mai 2025 mit Unterstützung der USA und Israels eingesetzt worden war, beendete ihre Tätigkeit laut Swissinfo mit Verweis auf eine «erfolgreich abgeschlossene Notfallmission».
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Laut einer Mitteilung der GHF wurden über 187 Millionen kostenlose Mahlzeiten direkt an Zivilisten verteilt. Die Einsätze seien «sicher, zuverlässig und ohne Umleitung durch Hamas oder andere Gruppen» erfolgt. Ziel sei es gewesen, inmitten der vollständigen Blockade Gazas durch Israel humanitäre Hilfe zu leisten.
Das Hilfswerk war jedoch von Anfang an umstritten. Zum einen herrschte Unklarheit darüber, wie genau die Organisation finanziert wurde. Bereits im Juli hatte die Schweizer Regierung die in Genf ansässige GHF-Zentrale aufgelöst – offiziell aus rechtlichen Gründen. Auch in Israel und den USA wuchs zuletzt die Kritik am Umgang der Organisation mit Sicherheitslagen und ihrer angeblichen Nähe zum Militärischen.
Zudem kamen nach Angaben des Uno-Hochkommissariats für Menschenrechte bei Ausschreitungen an Verteilungsorten der GHF über tausend Menschen ums Leben. Die Reaktionen fielen entsprechend gespalten aus. Während das US-Aussenministerium das Modell lobte, weil es «Hamas davon abgehalten habe, Hilfe abzuzweigen» und damit «den Weg für einen Waffenstillstand ebnete», forderte Hamas internationale Menschenrechtsorganisationen auf, die GHF für «Tausende von Toten und Verletzten» zur Rechenschaft zu ziehen.
Die Organisation wies die Verantwortung für die bei der Güterverteilung umgekommenen Personen zurück. Direktor John Acree erklärte: «Wir sind stolz, die einzige Hilfsoperation gewesen zu sein, die in der Lage war, kostenlose Mahlzeiten in diesem Ausmass sicher zu liefern.»