Der Euro ist am Freitagmorgen auf ein neues Allzeittief zum Schweizer Franken gefallen. Mit einem Kurs von 0,9186 Franken markierte die Gemeinschaftswährung den tiefsten Stand seit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank im Januar 2015. Dies berichten die Finanznachrichtenportale Cash und AWP unter Berufung auf Marktteilnehmer.
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Hintergrund des Kurssturzes sind laut Händlern anhaltende konjunkturelle Unsicherheiten und eine wachsende Nervosität an den Märkten. Zwar sei der jüngste Shutdown in den USA beendet, doch fehlten dem Markt wie auch der US-Notenbank Fed wesentliche Daten zu Inflation und Beschäftigung. Diese seien zuletzt nicht veröffentlicht worden, was die Unsicherheit über den künftigen Zinspfad verstärke. Zudem wachse die Sorge vor einer Überbewertung vieler Tech-Aktien, heisst es weiter.
In dieser Gemengelage gewinnt der Franken als sicherer Hafen an Attraktivität. Auch der Goldpreis bewegt sich wieder in Richtung eines Rekordhochs. Die Schweizerische Nationalbank, so ein Händler, habe sich bislang nicht zu Markteingriffen geäussert. Der Druck auf die SNB, die Zinsen erneut in den negativen Bereich zu senken, nehme jedoch zu. Nach einer kurzen Schwächephase zwischen April und Juni hat der Franken seit Anfang August deutlich an Wert zugelegt.