Populär bei Deutschlands Mainstream ist die Erzählung, dass sich die AfD zum Opfer mache. Als leide die Partei unter einer passiv-aggressiven Persönlichkeitsstörung.
Nun zelebriert die AfD ihre Opferrolle wohl in Giessen. Dort will sich ihre neue Jugendorganisation konstituieren, in Anwesenheit der Parteispitze.
Und wieder wird gejammert: Es gibt keine Zimmer für die Gäste. Hotels haben alle Reservierungen storniert. Unglaublich, diese Wehleidigkeit der AfDler!
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Okay, genug Sarkasmus. Natürlich wählt die AfD die Opferrolle nicht selbst. Ihre Vertreter, ihre Mitglieder und bald wohl auch ihre Wähler werden geschnitten, diskriminiert, ausgegrenzt.
Auf die Hotellerie wurde massiv Druck ausgeübt, keine Zimmer zu vermieten, wenn sie nicht selber Probleme bekommen wolle. Das erinnert an Mafiamethoden, und diese Methoden sind nicht neu. Nicht nur Hotels, auch Restaurants oder Veranstaltungsorte verweigern der AfD den Zutritt – weil sie dazu genötigt werden.
Protestiert die Partei dagegen, ist sie wehleidig. Oder um die jüngste Rede des Bundespräsidenten zu paraphrasieren: selber schuld.