Diese Statement schrieb Journalistin Julia Ruhs auf Social Media, kurz nachdem sie beim NDR als Moderatorin des Formats «Klar» abgesetzt worden war. Wir dokumentieren den Text im Wortlaut.
Ich bin zutiefst enttäuscht, ja fassungslos über die Entscheidung des NDR, genauso wie mein gesamtes «Klar»-Team. Dass ich «Klar» [einem Format, das bewusst umstrittene Themen wie etwa die Migrationspolitik behandelt, Red.] für den NDR nicht mehr moderieren darf, ist ein Armutszeugnis. Geht es beim NDR mit dem Format weiter, wird auch die Redaktion (+Chef) eine andere sein.
THOMAS EISENKRÄTZER / KEYSTONE
Das Format hat mir auch deshalb sehr viel Spass gemacht, weil ich Leute im Team hatte, die ein starkes Rückgrat haben. Leider haben das zu viele Hierarchen nicht. Cancel-Culture wird nur dadurch möglich, weil genau diesen Chefs der Mut fehlt, sich auch mal querzustellen.
Wir haben in den letzten Wochen rührende Zuschriften von Fans erhalten, die uns schrieben, sie hätten wieder Hoffnung in den ÖRR. «Endlich!» – kam zigmal bei uns an. Und jetzt? Wurden all die Vorurteile, die sie im Bezug auf die Meinungsvielfalt schon hatten, bestätigt.
Ihr dürft jedoch noch Hoffnung in den Bayerischen Rundfunk haben. Wir werden weiterhin das machen, was beim NDR offenbar unmöglich ist. Das Format authentisch weiterführen, und das mit mir. Ich war noch nie so froh, beim BR zu sein.