«Ich lehne die neuen EU-Verträge ab»: Nächster FDP-Politiker stellt sich gegen den Entscheid seiner Partei
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

«Ich lehne die neuen EU-Verträge ab»: Nächster FDP-Politiker stellt sich gegen den Entscheid seiner Partei

Anhören ( 2 min ) 1.0× +
«Ich lehne die neuen EU-Verträge ab»: Nächster FDP-Politiker stellt sich gegen den Entscheid seiner Partei
«Ich lehne die neuen EU-Verträge ab»: Nächster FDP-Politiker stellt sich gegen den Entscheid seiner Partei
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Im Freisinn ist eine heftige Debatte entbrannt: War es richtig von den Delegierten, sich vorbehaltlos hinter die EU-Verträge zu stellen? Und was bedeutet es für die Staatsgründerpartei, dass die Kantone bei der Entscheidung nichts zu sagen haben sollen?

Nun melden sich die ersten Stimmen, die diesen Beschluss öffentlich in Frage stellen und vor den Konsequenzen warnen. Zu ihnen gehört Adrian Schoop, Aargauer FDP-Kantonsrat und Unternehmer.

© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER
Eine EU und eine Schweizer Fahne nebeneinander, aufgenommen am Mittwoch, 11
© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER

Im Gespräch mit der Weltwoche sagt er: «Ich lehne die neuen Verträge mit der EU ab und hätte mich gefreut, wenn das eine Mehrheit der Delegierten ebenfalls getan hätte. Dies hätte unsere Partei gestärkt. Die aktuelle Fassung dieses rund 2000 Seiten langen Vertragswerks gibt der EU nämlich deutlich mehr Vorteile als der Schweiz.» Natürlich brauche das Land auch weiterhin einen Marktzugang zur EU, obwohl diese immer maroder werde und keinerlei wirtschaftliche Erfolge nachweisen könne, so Schoop. Das zeige sich sinnbildlich in der Deindustrialisierung der Nachbarländer.

«Als Freisinniger, der sich konsequent für ‘mehr Freiheit und weniger Staat’ einsetzt, will ich jedoch ein Abkommen auf Augenhöhe und sicher nicht eine so weitgehende vertragliche und institutionelle Anbindung», sagt der Unternehmer. «Durch die aktuelle Fassung der Verträge gäbe es eine weitgehende Rechtsübernahme, was unseren bewährten Prinzipien einer selbstbestimmten und föderalistischen Schweiz widerspricht.»

Auch gäbe es mit der Unionsrichtlinie deutlich mehr Familiennachzug in die Schweiz. Ebenso wäre eine Zuwanderung in unsere Sozialsysteme zu erwarten, argumentiert Schoop. «Generell könnten wir die Migrationspolitik weniger autonom steuern.» Hier müsse der Bundesrat besser verhandeln. «Wir haben viele Trümpfe in der Hand, und die EU profitiert ebenso vom gegenseitigen Handel. Wir müssen uns doch nicht ‘unterwerfen’.» Sein Fazit «als Freisinniger»: «Ja, wir brauchen den Marktzugang zur EU, aber mit klaren Forderungen unsererseits.»

Im Gegensatz zu den Delegierten der Schweizer FDP herrscht in der FDP des Rüeblikantons mehrheitlich Skepsis gegenüber dem Abkommen. Schoop hofft, dass die Partei nochmals über die Bücher geht – auch, um keine Wähler zu verlieren. «Wir haben erst 2028 Wahlen im Aargau. Aber selbst bis zu den nationalen Wahlen 2027 wird noch viel passieren», sagt er. «Zeit genug also, um die beschlossenen Positionen im Lichte neuer Erkenntnisse in den nächsten Monaten kritisch zu hinterfragen.»

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.