Schweden zieht im Kampf gegen die ausufernde Bandenkriminalität drastische Konsequenzen: Die Regierung plant, das Alter für die Strafmündigkeit in besonders schweren Fällen von fünfzehn auf dreizehn Jahre zu senken, berichtet der britische Sender BBC.
Justizminister Gunnar Strömmer begründete den Schritt mit einer «Notstandssituation». Kriminelle Netzwerke würden Kinder systematisch ausnutzen, um schwerste Gewalttaten zu begehen, da diese bislang kaum ernsthafte rechtliche Folgen zu befürchten hätten. Die Neuregelung soll bereits ab diesem Sommer für Delikte wie Mord, versuchten Mord, schwere Bombenanschläge, schwere Waffendelikte und schwere Vergewaltigung gelten.
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Ministerpräsident Ulf Kristersson, dessen Regierung 2022 mit dem Versprechen eines harten Vorgehens gegen das organisierte Verbrechen angetreten war, betonte, man müsse die Kinder vor dieser «zynischen Ausbeutung» schützen. Daten des nationalen Rates für Kriminalprävention stützen den Handlungsbedarf: Die Zahl der registrierten Straftaten durch Verdächtige unter fünfzehn Jahren hat sich im letzten Jahrzehnt verdoppelt. In bestimmten Fällen sieht der Gesetzentwurf für diese jungen Täter künftig sogar Gefängnisstrafen vor.