Die Situation in der Strasse von Hormus eskaliert. Die strategische Meerenge ist praktisch unpassierbar.
20 Prozent des weltweiten Öls und 20 Prozent des weltweiten Flüssigerdgases (LNG) gelangen normalerweise über diese enge Wasserstrasse auf den Markt.
Die Blockade werde als «Druckmittel» fortgesetzt, liess der neue Oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, verlauten.
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Die USA haben mindestens 21 iranische Schiffe in oder in der Nähe der Strasse von Hormus versenkt oder zerstört. Der Iran setzt auf Drohnen und Schnellboote, um die Passage zu verhindern. Besonders Minen sind eine grosse Gefahr.
Es reiche, wenn der Iran jeden Tag nur einen Anschlag verübe, um den Verkehr zu blockieren, sagt General a. D. Petraeus. Es gehe um die Gefahr, «Menschenleben zu verlieren». Keine Reederei wolle dieses Risiko eingehen.

«Es gibt einige Möglichkeiten, einen Teil des Öls anders als über die Strasse von Hormus zu transportieren», so Petraeus. «Die Saudis beispielsweise können fünf Millionen Barrel über das Rote Meer transportieren. Die Emiratis haben eine Möglichkeit, es so zu leiten, dass es südlich von Oman herauskommt.» Allerdings sei dies ein kleiner Teil des gesamten Ölverkehrs. «Es gibt ein sehr erhebliches Defizit.»
Die Blockade schadet den Energieexporteuren am Golf und den grossen asiatischen Volkswirtschaften, allen voran China.
Aber sie trifft auch Amerika. Ölpreise sind massiv angestiegen auf mehr als 3,60 Dollar pro Gallone – das entspricht einer Preissteigerung von 21 Prozent innert weniger Wochen.
Das kommt für Trump sehr unpässlich. Im November sind Zwischenwahlen. Statt auf die nationale Wirtschaft und die Portemonnaies der Wähler zu fokussieren, steht er mitten in einem Krieg, wo er doch keine solchen «Abenteuer», wie er sagte, mehr eingehen wollte.
Am Mittwoch griff Trump zum Notschlauch: Er hat die Freigabe von 172 Millionen Barrel aus der strategischen Erdölreserve angeordnet.
Die US-Freigabe ist Teil einer historischen Aktion der Internationalen Energieagentur, bei der insgesamt 400 Millionen Barrel auf den Weltmarkt gebracht werden.
«Wir werden sie [die Ölreserve] ein wenig reduzieren, um die Preise zu senken, und dann werden wir sie wieder auffüllen», verspricht Trump.
Durch 200 Millionen Barrel werde man den Abfluss innerhalb eines Jahres ersetzen – also 20 Prozent mehr, als entnommen wurden. Das werde «ohne Kosten für den Steuerzahler» erfolgen. Details zur Finanzierung bleiben jedoch vage.
Das Kalkül des verwundeten iranischen Regimes scheint in diesem wichtigen Punkt aufzugehen. Der mediale und politische Druck auf Trump wächst. Die Wähler werden ungeduldig.
Der Präsident indes hat das big picture im Auge und spricht von einer historischen Zäsur: «Seit 47 Jahren sind der Iran und seine terroristischen Stellvertreter darauf aus, Amerikaner zu töten. Sie haben die Energiesicherheit Amerikas und seiner Verbündeten manipuliert und bedroht. Unter Präsident Trump gehen diese Zeiten nun zu Ende.»