Nach dem Sturz von Nicolás Maduro erklärt US-Präsident Donald Trump, worum es ihm bei der Venezuela-Intervention auch geht: um Öl. Amerikanische Energiekonzerne sollen Milliarden in das krisengeschüttelte Land investieren und dessen angeschlagene Infrastruktur wieder aufbauen.
«Unsere grössten US-Ölfirmen werden hineingehen, Milliarden investieren, die kaputte Infrastruktur reparieren und beginnen, Geld für das Land zu verdienen», sagte Trump. Der Rohstoffreichtum Venezuelas – das Land verfügt über die weltweit grössten bestätigten Erdölreserven – sei ein «immenses wirtschaftliches Potenzial».
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Trumps Ansage kommt nur Stunden nach dem militärischen Eingreifen der USA in Caracas und der Festnahme Maduros. Experten sehen darin ein unmissverständliches Signal: Öl ist erklärtes Ziel der Intervention, schreibt die Financial Times. Der Präsident deutete an, dass auch Entschädigungen für US-Konzerne fällig seien, deren Anlagen unter dem früheren Präsidenten Hugo Chávez verstaatlicht worden waren.
US-Unternehmen wie Chevron, das weiterhin in Venezuela tätig ist, könnten nun eine Schlüsselrolle spielen. Der Konzern besitzt eine Sonderlizenz und beschäftigt rund 3000 Mitarbeiter im Land. Frühere Manager rechnen mit raschen Expansionsplänen – sofern die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen stimmen.
Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht. Ein Wiederaufbau der venezolanischen Ölindustrie sei mit gewaltigem Kapitalbedarf verbunden: Allein um die Produktion bis 2040 zu stabilisieren, wären rund 65 Milliarden Dollar nötig. Um die Förderung auf zwei Millionen Barrel täglich zu steigern, müsste noch deutlich mehr investiert werden.
Trump indes zeigt sich zuversichtlich: Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft sollen dem neuen Regime in Caracas zugutekommen – und den amerikanischen Unternehmen, die in der Vergangenheit «ausgeplündert» worden seien, endlich Rendite bringen.