Die Zahl illegaler Einreisen nach Deutschland über den Luftweg nimmt drastisch zu. Wie die Bild-Zeitung berichtet, reisten in den vergangenen zwölf Monaten 12.858 Personen aus dem Schengenraum unerlaubt per Flugzeug ein – allein im Mai 2025 waren es 977 Fälle. Damit erfolgte mehr als jede fünfte illegale Einreise über einen Flughafen.
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Grund für diese Entwicklung sind laut Bundespolizei-Gewerkschaft verschärfte Grenzkontrollen an Landübergängen. Schleuser weichen deshalb auf kleinere Regionalflughäfen wie Hannover aus, wo es weniger Überwachung gibt. Dort kann die Bundespolizei zwar Präsenz zeigen – aber nicht zurückweisen, da es sich formal um «Luftgrenzen» ohne EU-Notifikation handelt.
«Unsere Kollegen sind machtlos», kritisiert Manuel Ostermann, Vizechef der Bundespolizei-Gewerkschaft. Das Dublin-Verfahren greift zwar automatisch, doch ein echter Grenzschutz sei das nicht. Besonders viele Migranten kommen über Griechenland, Bulgarien oder Polen.
Vergleicht man die Zahlen mit 2023, ergibt sich ein alarmierender Trend: Damals zählte die Bundespolizei nur rund 2800 Flugreisende unter den Asylsuchenden – heute sind es fast fünfmal so viele.
Ostermann fordert Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zum Handeln auf: «Das Schlupfloch muss geschlossen werden.» Er verlangt, dass für Flughäfen und Seehäfen eine entsprechende EU-Notifikation nachgereicht wird. Auch AfD-Politiker Gottfried Curio spricht von einem «offenen Einfallstor», das die Regierung endlich dichtmachen müsse.