Im ersten Jahr von Donald Trumps zweiter Amtszeit erlebt der internationale Tourismus in den USA einen deutlichen Rückgang. Laut US-Handelsbehörde sank die Zahl ausländischer Besucher 2025 um 4,2 Prozent – der erste Einbruch seit der Corona-Pandemie. Während weltweit ein Tourismusboom verzeichnet wird, sind die Vereinigten Staaten das einzige grosse Reiseziel mit rückläufigen Besucherzahlen.
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Verantwortlich gemacht wird Trumps migrationspolitischer Kurs: strikte Einreiseverbote für Menschen aus über einem Dutzend Ländern, ausgesetzte Visa für Staaten wie Brasilien oder Thailand sowie neue Anforderungen an Touristen, darunter die Offenlegung von Social-Media-Aktivitäten und alten E-Mail-Adressen. «Selbst 1 Prozent weniger bedeutet Milliardenverluste und gefährdet Hunderttausende Jobs», warnt Erik Hansen von der US Travel Association in der Financial Times. Rund elf Millionen Besucher seien weggeblieben – was einem Einnahmeverlust von etwa 50 Milliarden Dollar entspricht.
Besonders betroffen sind Touristen aus Kanada (–10,2 Prozent), Europa (–3,1 Prozent) und dem Nahen Osten (–3 Prozent). In Deutschland, Norwegen und Irland ging die Anzahl Reisen in die USA sogar um über 20 Prozent zurück. Der Umsatz pro Hotelzimmer sei erstmals seit dem Pandemiehoch negativ. Airlines berichten von Buchungsflauten auf transatlantischen Strecken. Auch Disney warnt vor «Gegenwind» in seinen Freizeitparks.
Branchenkenner vergleichen die Entwicklung mit dem Brexit-Schock in Grossbritannien. «Die USA wirken weniger offen – das schreckt Menschen ab», sagt Tourismusexperte Adam Sacks. Hoffnung ruht nun auf der Fussball-WM 2026. Doch der Verband US Travel warnt: Wenn das Bild, das die USA dabei abgeben, negativ ist, könne das den Tourismus «ein Jahrzehnt lang belasten».