Um in der verhängnisvollen Silvesternacht einen Tisch in der Bar «Le Constellation» zur ergattern, mussten die Gäste bis zu 1000 Franken hinblättern. Dies berichtet am Samstag die Westschweizer Zeitung Le Temps in einer umfangreichen und sehr detaillierten Recherche über das französische Wirtepaar Jacques und Jessica Moretti.
Darin wird auch mit der Falschinformation aufgeräumt, wonach die Morettis Immobilien und Restaurants in der Region Crans-Montana gekauft hätten, ohne dabei Schulden zu machen. Um 2022 «Le Constellation» zu kaufen, hätten die Morettis eine Hypothek von 1,1 Millionen Franken bei der Walliser Kantonalbank aufgenommen, heisst es im Artikel, der sich dabei unter anderem auf Ermittlungsunterlagen stützt.
Insgesamt würden sich die Schulden des Wirtepaars auf mehr als 4 Millionen Franken belaufen. Die Frage, woher Jacques Moretti, auf den das Wirtepatent läuft, die rund 300.000 bis 500.000 Franken hatte, um 2015 die Bar zu renovieren, bleibt zurzeit offen. Laut Le Temps warf die Bar seither einen Gewinn von jährlich bis zu 100.000 Franken ab. Der Gewinn im Burger-Restaurant «Senso», das die Morettis 2020 gekauft hatten, soll sich zwischen 100.000 und 200.000 Franken pro Jahr bewegt haben.
Wie es im Bericht weiter heisst, war Jacques Moretti vor seiner Zeit in Crans-Montana mehrfach verurteilt worden, unter anderem wegen Zuhälterei. Ein direkter Bezug zur korsischen Mafia könne derzeit jedoch nicht nachgewiesen werden. Hingegen hat Le Temps herausgefunden, dass der Wirt nicht nur in Frankreich, sondern auch in der Schweiz mit dem Gesetz in Konflikt geriet. 2016 soll er mit 1000 Franken gebüsst worden sein, weil er Ausländer ohne gültige Papiere angestellt und die Sozialversicherung geprellt habe.