Inklusion im VBS: Palästina hat weder einen Staat noch eine Armee, geschweige denn Schnee – und durfte trotzdem bei den Winter-Militärweltspielen in der Schweiz teilnehmen
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Inklusion im VBS: Palästina hat weder einen Staat noch eine Armee, geschweige denn Schnee – und durfte trotzdem bei den Winter-Militärweltspielen in der Schweiz teilnehmen

Es hätte ein Prestige-Event für das Verteidigungsdepartement (VBS) und dessen Vorsteherin Viola Amherd werden sollen. In der letzten Märzwoche richtete die Schweiz, unter Federführung des VBS, die Winter-Militärweltspiele aus. Quasi eine Olympiade für Soldaten.

Statt im Gefecht misst man sich beim Skifahren oder Langlaufen, geschossen wird nur im Biathlon. Anders als im Krieg gilt hier: Dabei sein ist alles.

© KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Switzerland's President Viola Amherd speaks to the press after her bilateral meeting with Ursula von der Leyen, President of the European Commission on the sideline of the 54th annual meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, Monday, January 15, 2024
© KEYSTONE / LAURENT GILLIERON

Knapp 800 Athleten aus 42 Nationen sollen dabei gewesen sein. Die Schweiz war im Medaillen-Ranking auf Platz drei (hinter Frankreich und Italien). Beim Organisieren macht der Schweizer Armee niemand etwas vor, weltmeisterlich.

Die Öffentlichkeit hat davon aber praktisch nichts mitbekommen, obwohl das VBS die grösste Kommunikationsabteilung unterhält. Der Steuerzahler hat die Spiele mit dreizehn Millionen Franken finanziert. Vielleicht wäre dann auch eine Diskussion entstanden, warum Palästina ebenfalls eine Delegation in die Schweiz schicken durfte.

Palästina hat weder einen Staat noch eine Armee. Zudem schneit es im Nahes Osten eher selten. Tönt alles ein bisschen wie «Cool Runnings», der Film mit dem Bobteam aus Jamaika, wenn da nicht die ernsthafte geopolitische Lage wäre. Das bekannteste Exportgut aus Palästina ist Israel- und Judenhass – was dem grenzenlosen Inklusionseifer im VBS unter Amherd aber keinen Abbruch tat.

Die Schweiz anerkenne Palästina nicht als «Staat auf bilateraler Ebene», unterhalte aber seit dem Olso-Abkommen von 1993 Beziehungen zur Palästinensischen Autonomiebehörden, schreibt das VBS. Bei den Delegationen handle es sich um Mitglieder der Palestinian National Security Forces, der Arafat-Polizei. Diese wurde im Rahmen des Oslo-Friedensprozesses geschaffen und sei, so schreibt das VBS, «durch entsprechende internationale Abkommen legitimiert».

In den Ranglisten sucht man die palästinensischen Soldaten vergebens, lediglich beim Geländelauf treten sie in Erscheinung. Weit abgeschlagen auf den letzten Plätzen. Mit der «Integration der Sportarten Crosslauf und Klettern» wolle man auch «Nationen ohne ausgeprägte Wintersporttradition» die Möglichkeit geben, bei den Winterspielen mitzumachen, heisst es beim VBS.

Israel war nicht dabei. Weil es nicht Mitgliedstaat ist bei CISM, dem Internationalen Militärsport-Verband. Und wohl auch, weil es derzeit Besseres zu tun hat. Sich verteidigen gegen den Iran und dessen Verbündeten, die alle vor allem eines wollen: Isreal von der Weltkarte exkludieren.

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