Die BBC hat über Jahre hinweg wider besseres Wissen Propaganda der Terrororganisation Hamas verbreitet. Das geht aus einem internen Untersuchungsbericht hervor, über den der frühere BBC-Direktor Danny Cohen in einem Beitrag für den britischen Telegraph berichtet.
Demnach seien insbesondere der arabische Dienst sowie BBC-World-Korrespondenten durch gezielte Wortwahl und einseitige Darstellung auffällig geworden. So sei im Programm systematisch von «militanten Palästinensern» statt von Hamas-Terroristen die Rede gewesen. Dies sei nicht etwa journalistischer Neutralität geschuldet, sondern bewusster Rücksicht auf ein «besonders antisemitisch geprägtes arabisches Publikum», wie es im Bericht heisst. Man habe das Wort «Terrorist» vermieden, um die «Zuschauer im arabischen Raum nicht zu verprellen», schreibt Ex-Chef Cohen.
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Zugleich zeigt der Bericht auf, dass interne Hinweise auf diese Praxis ignoriert oder unterdrückt wurden. Die Redaktion habe «bewusst einseitig» berichtet und sei so zu einem «Instrument der Propaganda» geworden, so der Bericht weiter. Besonders gravierend seien die Berichte nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 gewesen. Der Bericht spricht davon, dass selbst bei klarer Faktenlage – etwa bei der Explosion eines Krankenhauses in Gaza – irreführend über mutmasslich israelische Angriffe berichtet wurde, obwohl eigene Analysen dies widerlegten.
Cohen fordert Konsequenzen: «Die BBC hat ihr Publikum getäuscht – das Vertrauen ist erschüttert.» Cohen war von 2013 bis 2015 Direktor des BBC-Fernsehens und gilt als Insider des Senders.
Der Bericht, der als «Prescott-Report» bezeichnet wird, ist bislang nicht offiziell veröffentlicht worden, liegt aber mehreren britischen Medien vor. Die BBC hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäussert.