Internationales Olympisches Komitee mit doppelten Standards bei Russland und den USA: Hat da jemand «Olympischer Waffenstillstand» gesagt?
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Internationales Olympisches Komitee mit doppelten Standards bei Russland und den USA: Hat da jemand «Olympischer Waffenstillstand» gesagt?

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Internationales Olympisches Komitee mit doppelten Standards bei Russland und den USA: Hat da jemand «Olympischer Waffenstillstand» gesagt?
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Die Idee wurde schon bei den Erfindern der Olympischen Spiele in der Antike geboren: Weil die Griechen sich ständig gegenseitig bekriegten, sollten in Zeiten der Spiele die Waffen zumindest so weit ruhen, dass ein freies Geleit der Sportler möglich war. Sie nannten das Ekecheiria.

KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi
Internationales Olympisches Komitee mit doppelten Standards bei Russland und den USA: Hat da jemand «Olympischer Waffenstillstand» gesagt?
KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi

Die Olympischen Spiele der Neuzeit nahmen dies auf. Ihr Gründer Pierre Baron de Coubertin hatte die Vision, dass sich die jungen Männer Europas lieber friedlich im Sport messen, statt sich auf dem Schlachtfeld zu töten. Inzwischen wurde der Olympische Waffenstillstand (Olympic Truce) fester Bestandteil der Spiele. Er beginnt eine Woche vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele und endet eine Woche nach der Abschlussfeier der Paralympischen Spiele, das macht 52 Tage.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und auch die Vereinten Nationen haben aus diesem Friedensgedanken auch im Zusammenhang mit den Spielen in Mailand-Cortina wieder eine grosse PR-Offensive gemacht. Genau in dieser Zeit lancierten nun allerdings Israel und die USA ihre Angriffe auf den Iran, der zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten geführt hat. Vom IOC und seiner Präsidentin Kirsty Coventry hört man dazu aber nichts als Ausflüchte.

Das ist sogar einer Frankfurter Allgemeinen Zeitung aufgefallen. Sie spricht von einer Flucht des IOC in die «eigene Verzwergung». Die Realität sei «komplex», heisse es in einer Mitteilung des IOC. Diese verschweige «den Grund ihrer Versendung, von Krieg ist keine Rede», sie nenne «weder Angreifer noch Angegriffene, Gründe, Hintergründe gar. Der Olympische Friede und die ihn begleitende UN-Resolution? Nicht bindend, nettes Beiwerk, zu deren ‹Durchsetzung› dem ‹IOC die Mittel fehlen›.» Von Sanktionen gegen Sportler Israels oder der USA ist beim IOC erst recht keine Rede.

Ganz anders, auch das ruft die Frankfurter Allgemeine in Erinnerung, habe das IOC bei Russland und dem Ukraine-Krieg gehandelt. O-Ton FAZ: «Das IOC reagierte damals mit der dringenden Empfehlung an internationale Verbände, russische (und weissrussische) Sportler aus dem Spiel zu nehmen.» Auch habe es wegen der «extrem gravierenden Verletzung des Olympischen Friedens» Präsident Wladimir Putin und den Organisatoren der Spiele von Sotschi 2014, Dmitri Tschernyschenko und Dmitri Kosak, ihre Olympischen Orden in Gold entzogen.

Die russischen und weissrussischen Sportler wurden sanktioniert und ausgeschlossen. Und jetzt, wo einige von ihnen wenigstens wieder an der Behindertenolympiade unter eigener Flagge starten dürfen, wird die Eröffnungsfeier von mehreren teilnehmenden Ländern ihrerseits boykottiert, neben der Ukraine auch von Deutschland. Selbst die deutsche Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) sagte ihre Teilnahme ab.

Es ist offenkundig: Hier wird mit unterschiedlichen Ellen gemessen. Wo bleibt der neutrale Status der Organisation, die ihren Sitz in Lausanne in der neutralen Schweiz hat? Wo bleibt die Gleichbehandlung?

Diese doppelten Standards beschäftigen auch Politiker im Bundeshaus in Bern. Nationalrat Roland Rino Büchel (SVP) fragt: «Was sind die Regeln wert, wenn sie von allen Seiten gebrochen werden? Wie ernst kann man diesen Olympischen Waffenstillstand noch nehmen? Wer darf, wer darf nicht?» Wir geben diese Fragen hiermit an das IOC und an Kirsty Coventry weiter.

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