Der Iran hat angekündigt, fortschrittliche Waffensysteme wie ballistische Raketen, Drohnen und Kriegsschiffe künftig gegen Kryptowährungen zu verkaufen. Ziel sei es, westliche Sanktionen zu umgehen, wie aus Dokumenten des iranischen Verteidigungsministeriums hervorgeht, die der Financial Times vorliegen.
Das staatliche Ministry of Defence Export Center (Mindex) erklärte, es sei bereit, mit ausländischen Regierungen Verträge über digitale Währungen, Tauschgeschäfte oder Zahlungen in iranischen Rial auszuhandeln. Dies ist offenbar der erste bekannte Fall, in dem ein Staat offen signalisiert, Kryptowährungen für strategische Rüstungsgüter zu akzeptieren.
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Laut Mindex pflegt das Zentrum bereits Beziehungen zu 35 Ländern. Auf der mehrsprachigen Website werden unter anderem Emad-Raketen, Shahed-Drohnen, Shahid-Soleimani-Kriegsschiffe und Luftabwehrsysteme angeboten. Auch kleinere Waffen und Raketen, von denen einige laut westlichen Regierungen von iranisch unterstützten Gruppen im Nahen Osten eingesetzt wurden, gehören zum Sortiment.
Mindex betont, dass vertragliche Bedingungen zur Nutzung der Waffen im Kriegsfall verhandelbar seien. Ein Onlineportal mit Chatbot führt Interessenten durch den Kaufprozess, inklusive Fragen und Antworten zur Umgehung von Sanktionen. Dort heisst es: «Aufgrund der allgemeinen Politik der Islamischen Republik Iran zur Sanktionsumgehung besteht kein Problem bei der Umsetzung des Vertrags.»