US-Präsident Donald Trump knüpft einen möglichen Waffenstillstand im Krieg mit dem Iran an die Öffnung der Strasse von Hormus und verschärft gleichzeitig die Drohungen.
Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social: «Der neue Präsident des iranischen Regimes, weit weniger radikal und deutlich intelligenter als seine Vorgänger, hat soeben die Vereinigten Staaten von Amerika um einen Waffenstillstand gebeten! Wir werden dies prüfen, wenn die Strasse von Hormus offen, frei und sicher ist. Bis dahin zerstören wir den Iran vollständig oder, wie man sagt, schicken ihn zurück in die Steinzeit!»
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Die iranische Regierung weist diese Darstellung zurück und spricht von «falsch und haltlos». Die Revolutionsgarden betonen zudem, die Meerenge bleibe unter ihrer Kontrolle und werde nicht aufgrund amerikanischer Forderungen geöffnet. Die Route ist zentral für den Welthandel: Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert die Passage.
An den Märkten lösten Trumps Aussagen kurzfristig Erleichterung aus. Der Ölpreis fiel zeitweise unter 100 Dollar pro Barrel, während Aktien deutlich zulegten. Der europäische Leitindex Stoxx Europe 600 stieg um 2,4 Prozent, der S&P 500 gewann rund 1 Prozent. Anleger setzen auf ein mögliches Ende der Kämpfe, nachdem Trump ein Kriegsende innert «zwei oder drei Wochen» in Aussicht gestellt hat.
Militärisch bleibt die Lage angespannt. Israel greift weiterhin Ziele im Iran und im Libanon an, während der Iran mit Raketenangriffen reagiert. Im Persischen Golf wurde ein Öltanker beschädigt, insgesamt sind seit Kriegsbeginn mehr als zwanzig Schiffe getroffen worden.
Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits erheblich: Der Ölpreis ist seit Kriegsbeginn stark gestiegen, Inflationsrisiken nehmen zu, Notenbanken warnen vor Belastungen für das Finanzsystem.