Von Donald Trump ist kein Fingerzeig zu erwarten. Letzte Woche schnaubte er die Briten an, dass er sie nicht brauche. Diese Woche schnaubte er die Briten an, wo denn ihre Flotte bleibe.
Als ob es die Europäer nicht schon schwer genug hätten, sich im Iran-Krieg zu positionieren. Ist es unser Krieg?
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Nein, sagt die Bundesregierung nach reiflicher Überlegung. Oder vielleicht doch? Geht es nicht um Israels Existenz und ist Israels Existenz nicht deutsche Staatsräson?
Die Spanier tun sich da leichter, von Polen und Balten ist nichts zu hören, und Macron macht einen auf dicke Hose.
Diese Kakofonie ist bezeichnend für einen Kontinent, der als ernstzunehmende geopolitische Kraft abgemeldet ist – nicht erst seit Trumps Amtsantritt.
Beispiel Ukraine: Schulterschluss mit Selenskyj. Keine Idee für eine Lösung, geschweige denn für eine Nachkriegsordnung. Zur Erinnerung: Dieser Krieg findet an der EU-Aussengrenze statt.
Beispiel Nahost: Keine Linie, keine Meinung, keine Mitsprache beim Gaza-Krieg. Zur Erinnerung: Dieser Krieg findet wenige Kilometer von der Küste des EU-Mitglieds Zypern statt.
Beispiel Iran: Heillose Verwirrung. Erst mit Trump, dann gegen ihn, aber vielleicht nicht so richtig, oder doch. Zur Erinnerung: Dieser Krieg trifft Europas Volkswirtschaften unmittelbar und brutal. Stichworte Energie und Lieferketten.
Letztlich ist es egal, wie sich die Europäer entscheiden. Es kommt auf sie nicht an. Vielleicht sollten sie sich darauf beschränken, als gute Cicerones Amerikanern, Indern und Chinesen ihre Kulturschätze zu zeigen.
Und was die Briten betrifft: Sie haben sowieso keine Schiffe mehr.