Der Iran wirft der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Untätigkeit nach Angriffen nahe dem Kernkraftwerk Buschehr vor. In einem Brief an IAEA-Chef Rafael Grossi kritisierte Irans Atomchef Mohammed Eslami die aus seiner Sicht unzureichende Reaktion auf eine jüngste Attacke. Dies berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
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Eslami erklärte, die fehlende klare Verurteilung könne die «Aggressoren» zu weiteren Angriffen ermutigen. Hintergrund ist ein Luftangriff vom Samstag in der Nähe der Anlage im Süden des Landes. Dabei wurde ein Mitarbeiter des Sicherheitspersonals getötet und ein Nebengebäude beschädigt. Am eigentlichen Kernkraftwerk entstanden nach offiziellen Angaben keine Schäden.
Seit Beginn der aktuellen Kampfhandlungen Ende Februar war es bereits der vierte Einschlag eines Geschosses nahe dem Kraftwerk oder auf dessen Gelände.
Das Kernkraftwerk Buschehr ist die einzige Atomanlage Irans zur Stromproduktion. Es liegt rund 760 Kilometer südlich von Teheran am Persischen Golf. Der Reaktor russischer Bauart ist seit 2011 in Betrieb. Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom arbeitet derzeit am Bau eines zweiten Reaktorblocks.