Die Türkei wird voraussichtlich nicht Teil der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe für den Gazastreifen. Laut einem Bericht des britischen Guardian lehnt Israel eine Beteiligung Ankaras entschieden ab.
Die 5000 Soldaten umfassende Mission soll nach dem Waffenstillstand verhindern, dass ein Machtvakuum entsteht, wenn mit dem Wiederaufbau Gazas begonnen wird. Marco Rubio, US-Aussenminister, erklärte, Voraussetzung für die Beteiligung eines Landes sei, dass Israel «mit der Nationalität der Truppe einverstanden» sei. Die Türkei habe zwar ihre Bereitschaft signalisiert, Truppen zu entsenden, doch Israel mache deutlich, dass es diese nicht akzeptiere.
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Die Rolle der Türkei in der geplanten Stabilisierung Gazas ist besonders heikel: Ankara ist nicht nur einer der Garantiestaaten des von Donald Trump initiierten 20-Punkte-Friedensplans, sondern verfügt mit einer der schlagkräftigsten Streitkräfte der islamischen Welt auch über militärisches Gewicht. Laut Guardian wird Präsident Recep Tayyip Erdogan in Jerusalem als politisch zu nahe an der Hamas und der Muslimbruderschaft stehend wahrgenommen – und damit als sicherheitspolitisches Risiko für Israel.
Währenddessen wartet ein türkisches Katastrophenteam mit Leichenspürhunden seit Tagen an der ägyptisch-gazaischen Grenze auf die Einreisegenehmigung. Die Einsatzkräfte sollen bei der Bergung von Opfern helfen.
Erdogan forderte Washington inzwischen auf, Israel mit Sanktionen und einem Waffenembargo unter Druck zu setzen, um es zur Einhaltung seiner Verpflichtungen aus dem Trump-Plan zu bewegen.