Ein Konflikt zwischen der Gemeinde und einem IT-Fachmann könnte, so berichten die Sonntagszeitung und andere Medien, dafür verantwortlich sein, dass bei Hotels, Restaurants, Bars und einzelnen Schulhäusern in Crans-Montana nicht überprüft wurde, ob die Brandschutzvorschriften eingehalten wurden.
Denn bei einer IT-Panne seien Daten zu Kontrollen verlorengegangen. Laut dem Sicherheitschef der Gemeinde wussten die Sicherheitsbehörden nach dem Software-Zusammenbruch nicht mehr, wann welche Gebäude und Räumlichkeiten bereits überprüft worden waren.
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Was für eine peinliche und fadenscheinige Argumentation.
Nun soll also ein Datenverlust schuld daran sein, dass Kontrollarbeiten seit 2019 nicht ausgeführt wurden? Wenn der Computer ausfällt und Daten verschwinden, heisst das nicht, dass man sich einfach zurücklehnen kann. Wenn die IT ausfällt, dann muss man halt auf analoge Mittel zurückgreifen.
Mit diesem Argument wird sich die Gemeinde wohl kaum aus der Verantwortung ziehen können. Die IT-Panne taugt als Entschuldigung gar nicht.
Tatsache ist, dass es um den Brandschutz in Crans-Montana bis zur Katastrophe in der Silvesternacht mit 41 Toten und 116 Verletzten alles andere als gut stand.
Es stellt den Behörden auch nicht gerade ein gutes Zeugnis aus, dass der Gedenkort mit Bildern und Kerzen für die Opfer am Sonntag Feuer fing. Dieses konnte zwar umgehend gelöscht werden. Aber eine brennende Gedenkstätte nach so einer Katastrophe – das ist jetzt einfach bloss noch beschämend.