Japan hat angesichts der Energiekrise infolge des Krieges um den Iran mit der Freigabe von Öl aus seinen strategischen Reserven begonnen.
Die Entscheidung folgt auf Ankündigungen von Premierministerin Sanae Takaichi, rund 80 Millionen Barrel Öl aus staatlichen Lagerbeständen freizugeben. Hintergrund sind Lieferunsicherheiten nach Drohungen Irans gegen den Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus. Durch den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran ist die wichtige Wasserstrasse derzeit faktisch blockiert.
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Kurz vor der Ankündigung aus Tokio hatte auch die Internationale Energieagentur (IEA) eine koordinierte Freigabe von weltweit rund 400 Millionen Barrel Öl in Aussicht gestellt. Damit soll der Markt angesichts der wachsenden Folgen des Krieges stabilisiert werden.
Trotz dieser Massnahmen bleiben die Ölpreise hoch. In den vergangenen Tagen überschritt der Preis für ein Barrel mehrfach die Marke von 100 Dollar. Am Montagmorgen lag der Preis für Brent-Rohöl bei rund 104,85 Dollar pro Barrel. Seit Beginn des Krieges am 28. Februar ist der Preis damit um mehr als 40 Prozent gestiegen.
Japan zählt zu den grössten Ölimporteuren der Welt und deckt rund 80 Prozent seines Energiebedarfs mit fossilen Brennstoffen aus dem Ausland. Nach Regierungsangaben verfügen die strategischen Reserven des Landes über Vorräte für etwa 254 Tage des inländischen Verbrauchs.