Joung Gustav untertreibt gewaltig: Nicht «nur» Asylsuchende, sondern auch ständige ausländische Wohnbevölkerung bei schweren Straftaten stark überrepräsentiert
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Joung Gustav untertreibt gewaltig: Nicht «nur» Asylsuchende, sondern auch ständige ausländische Wohnbevölkerung bei schweren Straftaten stark überrepräsentiert

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Joung Gustav untertreibt gewaltig: Nicht «nur» Asylsuchende, sondern auch ständige ausländische Wohnbevölkerung bei schweren Straftaten stark überrepräsentiert
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Die Detail-Riesen Migros und Coop haben die Produkte des Schweizer Unternehmers Joung Gustav aussortiert. Das «Vergehen» des Influencers: Er hat sich auf den sozialen Medien kritisch über die Schweizer Asylpolitik geäussert. Zum Beispiel wies er darauf hin, dass Asylsuchende im Verhältnis zur Anzahl jener, die sich hierzulande aufhalten, bei Sexualstraftaten stark überrepräsentiert sind.

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Joung Gustav untertreibt gewaltig: Nicht «nur» Asylsuchende, sondern auch ständige ausländische Wohnbevölkerung bei schweren Straftaten stark überrepräsentiert
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Dieser Befund ist unbestritten. Wenn sich Joung Gustav überhaupt Kritik gefallen lassen müsste, dann deshalb, weil er in seinen Videos gewaltig untertreibt. So sind etwa bei versuchten und vollendeten Tötungsdelikten (innerhalb des Haushalts wie ausserhäuslich) nicht nur die Asylsuchenden übervertreten. Auch die ständige ausländische Wohnbevölkerung ist im Verhältnis und im Vergleich mit der Schweizer Bevölkerung stark übervertreten.

Ein umfangreicher Datensatz hierzu liefert die Zusatzerhebung im Rahmen der polizeilichen Kriminalstatistik über die Tötungsdelikte in den Jahren 2019 bis 2023. Die Zahlen wurden vom Bundesamt für Statistik (BfS) zusammengetragen, das wiederum im Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) angesiedelt ist. Das EDI wird seit 2012 von SP-Bundesräten geführt.

Die Statistiken zeigen, dass Asylsuchende in den Jahren 2019 bis 2023 bei 10 Prozent der Tötungsdelikte im ausserhäuslichen Bereich tatverdächtig waren. Dies mit einem Anteil an der Bevölkerung von rund 1 Prozent (Ende 2023). Schweizer, die gut 73 Prozent der Bevölkerung ausmachen, wurden im gleichen Bereich und im gleichen Zeitraum für rund 38 Prozent der Fälle verdächtigt.

Doch auch die ständig ausländische Wohnbevölkerung, das heisst ausländische Staatsangehörige, die eine Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung haben, sind bei den Tötungsdelikten übervertreten. Bei rund 38 Prozent der Fälle im häuslichen sowie rund 30 Prozent im ausserhäuslichen Bereich sind sie tatverdächtigt, dies bei einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von gut 25 Prozent (Ende 2023).

Bei den Tötungsdelikten im häuslichen Bereich schreibt das BfS: «Der überwiegende Teil der Tatverdächtigen ist in beiden Bevölkerungsgruppen männlich. Ausländische Männer weisen mit 1,7 pro 100.000 Einwohner eine rund 2,8 Mal höhere Tatverdächtigenbelastungszahl auf als Schweizer Männer (0,6).»

Und bei den Delikten im ausserhäuslichen Bereich heisst es: «Bei den ausserhäuslichen Tötungsdelikten sind Personen der ausländischen Wohnbevölkerung häufiger tatverdächtig als Schweizer Staatsangehörige. Die durchschnittliche Tatverdächtigenbelastungszahl über die Jahre 2019 bis 2023 liegt bei 2,6 pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner gegenüber 1,1 bei Schweizer Staatsangehörigen. Die Rate der ausländischen Männer ist mit 4,7 pro 100.000 Einwohner mehr als doppelt so hoch wie die der Schweizer Männer (2,1).»

Diese statistisch festgehaltene Realität kann man politisch wollen, oder man kann sie fördern, wie es etwa die Linksparteien tun. Man kann sich aber auch fragen, warum diese Zahlen so sind, wie sie sind, und ob man das als Land will. Genau das hat der Influencer Joung Gustav gemacht.

Die Reaktion von Migros und Coop, ihn dafür zu canceln, sagt mehr über die Unternehmen aus als über Gustav. Bleibt zu hoffen, dass Migros und Coop ihre Geschäftsberichte ehrlicher lesen als die Kriminalstatistiken, die alle unmissverständlich sind.

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