Der linke Tages-Anzeiger hat eine interessante Umfrage in Auftrag gegeben. Wie sähe die Zürcher Stadtregierung aus, wenn nur Frauen wählen würden?
Das Ergebnis beschreibt der Tagi so: «Würden in der Stadt Zürich ausschliesslich Frauen leben, hätten es bürgerliche Parteien sehr schwer – selbst wenn sie weibliche Kandidierende zur Wahl stellten.»
Gemäss der Umfrage würden es in einer Frauenstadt Zürich vier Rote, drei Grüne, ein Grünliberaler und ein Freisinniger in die Regierung schaffen. Der FDP-Stadtpräsidentenkandidat Përparim Avdili würde nicht einmal in die Regierung gewählt, wenn die Frauen das Sagen hätten. Die SVP würde man sowieso vergeblich suchen.
Michael Buholzer/Keystone
Der Fall des Freisinns bleibt spannend. Obwohl die Partei sehr viele Frauen hat, bis hinauf an die nationale Doppelspitze mit Susanne Vincenz-Stauffacher und Benjamin Mühlemann, und obwohl sie sich von ihrem liberalen Kompass weit entfernt hat, hat gerade sie «beim weiblichen Geschlecht einen schweren Stand».
Dies ist auch deshalb bemerkenswert, weil die FDP – und auch die Mitte, vormals CVP – durch den Aufstieg der Frauen in der Politik parteiintern bereits deutlich nach links gerutscht ist, wie frühere Studien belegen.
Dieser Trend könnte sich noch verstärken, nicht nur in den linken Städten. Bei den eidgenössischen Wahlen 2023 gaben fast die Hälfte der jungen Frauen unter dreissig den Rot-Roten und Grün-Roten die Stimme.