Ein bisschen Luft nach oben hat sich Friedrich Merz gelassen. Das wäre der schwerste Kriegsverbrecher aller Zeiten. Aber da sieht sogar der Kanzler die grosse Konkurrenz.
So hat er den russischen Präsidenten Wladimir Putin nur «den vielleicht schwersten Kriegsverbrecher unserer Zeit» genannt. Auch hier gäbe es freilich Konkurrenten. Saddam Hussein etwa, der Drohnenkrieger Barack Obama, Israels Benjamin Netanjahu.
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Nicht einmal der Internationale Strafgerichtshof wirft Putin Kriegsverbrechen vor. Dieser Vorwurf trifft Netanjahu. Putin wird die Deportation von Kindern zur Last gelegt.
Aber Merz bremst nichts, wenn er in Fahrt ist. Nachgiebigkeit gegenüber Moskau sei fehl am Platz, beschwor er den Geist von Kaiser Wilhelm herauf. Bei dem hiess es: «Pardon wird nicht gegeben.»
An der Front sieht der Kanzler Kiews Truppen in der Pflicht. Er stelle sich auf einen langen Krieg ein. Da wird wohl bis zum letzten Ukrainer gekämpft. Es sei denn, der Merz-Plan geht auf, Russland vorher in eine «ökonomische Erschöpfung» zu treiben.
Das alles klingt beängstigend, doch zum Glück lässt der Kanzler seinen vollmundigen Ansagen nie Taten folgen. Zuverlässig rudert er meist zurück.
Beruhigend ist das auch nicht. Vor allem kommt er dem Frieden so keinen Schritt näher.