Porsche verabschiedet sich von seinen ehrgeizigen Zielen bei der Elektromobilität. Der Sportwagenbauer aus Stuttgart kündigte am Wochenende eine radikale Neuausrichtung an: Verbrenner- und Hybridmodelle sollen nun deutlich länger produziert werden als geplant. Die für Anfang der 2030er Jahre geplante neue E-Plattform wird verschoben, Modelle wie der Taycan und E-Macan gelten als Flop. «Aktuell erleben wir massive Umwälzungen im Umfeld der Automobilindustrie», erklärte Porsche-Chef Oliver Blume, berichtet der Blick. Man reagiere deshalb mit einer umfassenden Neuausrichtung.
Copyright 2025 The Associated Press, All Rights Reserved
Die Folgen sind gravierend: 3,1 Milliarden Euro Zusatzkosten erwartet Porsche allein für das Geschäftsjahr 2025. Allein die Verzögerung bei der Elektroplattform schlägt mit 1,8 Milliarden Euro zu Buche. Hinzu kommen Belastungen durch neue US-Zölle unter Donald Trump, die Porsche im ersten Halbjahr 2025 mit rund 400 Millionen Euro bezifferte – besonders bitter, weil der Hersteller im Gegensatz zur Konkurrenz keine Produktion in den USA unterhält.
Künftig will Porsche auf eine verlängerte Laufzeit seiner Verbrenner-Modelle setzen – darunter Panamera und Cayenne, die bis weit in die 2030er Jahre mit klassischem Antrieb erhältlich bleiben sollen. Auch ein neues SUV über dem Cayenne kommt vorerst nur als Verbrenner oder Plug-in-Hybrid auf den Markt.
Am Finanzmarkt kam der Strategiewechsel nicht gut an: Die Aktien von Porsche und Mutterkonzern Volkswagen verloren zum Wochenauftakt deutlich. Auch VW musste infolge der Krise eine Gewinnwarnung abgeben. Porsche plant nun bis 2029 den Abbau von 1900 Stellen in Deutschland.