Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat das Fehlen einer klaren Strategie für ein schnelles Ende des Krieges gegen den Iran kritisiert. Die USA und Israel führten den Krieg seit mehr als einer Woche, sagte Merz am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis.
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«Vor allem besorgt uns, dass es offensichtlich keinen gemeinsamen Plan gibt, wie dieser Krieg schnell zu einem überzeugenden Ende gebracht werden kann», erklärte der Kanzler. Gleichzeitig warnte er vor einer «gefährlichen Eskalation» angesichts der Gegenangriffe des Iran.
Merz verwies zudem auf mögliche Folgen eines Regimekollapses im Iran. Ein Szenario wie nach den westlichen Interventionen im Irak oder in Libyen müsse vermieden werden. In beiden Fällen seien Chaos und Bürgerkrieg gefolgt. «Wir haben kein Interesse an einem endlosen Krieg», sagte der CDU-Politiker. Ebenso wenig habe Deutschland ein Interesse an einer Auflösung der territorialen Integrität, der Staatlichkeit oder der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit des Iran.
Der Kanzler betonte, dass Deutschland direkt von den Entwicklungen betroffen sei. Auswirkungen könne es unter anderem auf die Sicherheit, die Energieversorgung und die Migration geben.
Nach Angaben von Merz arbeitet die Bundesregierung gemeinsam mit Partnern in Europa an einer Perspektive für den Iran. «Wir stehen dazu im Gespräch mit Israel und den Vereinigten Staaten, mit unseren Partnern in Europa und der Nato sowie mit unseren Partnern in der Region», sagte der Kanzler.