Die Grünen-Kommunalpolitikerin Julia Probst aus dem bayerischen Weissenhorn sorgt mit einem Gedankenexperiment zur Organspende für heftige Reaktionen in den sozialen Medien. In einer Umfrage auf X fragte die Stadträtin ihre Follower: «Stellt euch vor, ihr müsstet darüber entscheiden, ob die Organe eines Familienangehörigen gespendet werden sollen. Zufällig wisst ihr, dass der Empfänger die AfD wählt. Würdet ihr spenden?» Über 3800 Nutzer beteiligten sich, rund ein Viertel sprach sich gegen eine Organspende an AfD-Wähler aus, wie die Zeitung Junge Freiheit berichtet.
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In den Kommentaren hagelte es Kritik: Nutzer warfen Probst vor, medizinische Hilfe an politische Überzeugungen knüpfen zu wollen. «Ich helfe einem Menschen, nicht einer Parteizugehörigkeit», kommentierte ein Teilnehmer. Auch viele mutmasslich Grünen-nahe Follower zeigten sich irritiert: «Habe ich linkes oder rechtes Blut?», fragte ein anderer ironisch.
Faktisch ist die Diskussion gegenstandslos. Die Organisation Eurotransplant, zuständig für die Zuteilung von Spenderorganen, orientiert sich ausschliesslich an medizinischen Kriterien wie Dringlichkeit, Gewebeverträglichkeit und Entfernung zum Spenderkrankenhaus. Politische Gesinnungen oder Präferenzen spielen dabei keine Rolle. Angehörige haben zudem kein Mitspracherecht bei der Auswahl des Empfängers.