Griechenland wird von einem riesigen Skandal erschüttert. Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) ermittelt wegen der Veruntreuung von Millionen an EU-Geldern. Zwei Minister und ein Staatssekretär sind zurückgetreten. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis gerät in den Strudel der Affäre.
Schon davon gehört? Haben «Tagesschau», «Heute» oder eines der TV-Magazine berichtet? Hat die Presse darüber geschrieben?
Olivier Matthys/EPA/Keystone
Natürlich nicht. Griechenland gehört ja zu den Guten. Anders sieht es beim Erzspitzbuben Ungarn aus. Da hört, liest und sieht man immer wieder, wie die korrupte Orbán-Clique EU-Gelder abzockt.
Solche Fälle gibt es tatsächlich, aber es sind Petitessen im Vergleich zum griechischen Skandal. Die EPPO ermittelt denn auch nicht gegen Ungarn, sondern gegen Einzelpersonen. Anders als in Griechenland. Da steht die ganze Regierung im Fokus.
Ein eklatanter Fall von Lückenpresse. Es wird nicht gelogen, es wird weggelassen. Das ist die Methode Prawda oder Neues Deutschland.
Die las am Ende keiner mehr. Wie lange noch werden unsere Lückenmedien konsumiert?