Musik Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und heute wirklich gut gelaunt, am Dienstag, dem 23. Dezember 2025. Bitte verzeihen Sie, wenn ich gestern Sie allzu sehr behelligt hätte. Mit einer etwas düsteren Problematik. Ein Freund hat mich auch angerufen, hat mich gemahnt, um Himmels Willen spüre das Positive auf in der Vorweihnachtszeit. Und ich darf hier zugeben und mich schuldig bekennen. Ja, Sie haben recht, mich wühlen natürlich diese Vorgänge auf und selbstverständlich die Leidenschaftlichkeit des Journalisten. darin eben Missstände anzuprangen, die bricht natürlich auch immer mal gelegentlich wieder durch. Aber vergessen wir nicht, auch aus dem Schlechten, aus dem Unvorteilhaften, kommt am Schluss eben meistens das Gute. Die Frage ist nur, wann. Und es gibt selbstverständlich viele gute Nachrichten, die man am Ende eines Jahres zusammenfassen kann. Die wichtigste ist... Im Ukraine-Krieg zeichnet sich ein Ende ab. Auch wenn im Moment noch viele Dinge verharkt und nicht aufgelöst sind, die elementare Tatsache, dass die Vereinigten Staaten von Amerika hier den gordischen Knoten der Nicht-Diplomatie, der Gesprächsverweigerung, die jahrelang geherrscht hat, zwischen den letztlich Tonangebend und Matsch entscheidenden Zentren Washington und Moskau, ausgehend vor allem von Washington, vom Westen, von der Europäischen Union, diese Gesprächsverweigerung ist nun vorbei. Sie reden miteinander, es gibt Diskussionen, es gibt Bewegung, sie ist nicht so gross und so sprunghaft, wie wir uns das vielleicht wünschten, aber dieser Krieg ist in seine Endphase eingetreten, zum Glück. Das ist die... Beste Nachricht des Jahres. Das Zweite. Natürlich, jeden Tag lesen wir schlechte Meldungen aus der Wirtschaft. Schweiz zum Teil, aber noch viel finsterer sieht es in Deutschland aus, in der Bundesrepublik. Und das ist natürlich auch für unser Land eine Katastrophe, wenn diese so unglaublich tüchtige Bundesrepublik Deutschland, das Wirtschaftswunderland, Wenn das versinkt in der Rezession und gleichzeitig noch so ein hysterisches Getöse um Brandmauern und all diese Dinge stattfindet, wenn die Deutschen eben gerade das nicht tun, was sie tun müssten, nämlich alle reden mit allen, um irgendwie das beste Lösungsmodell für die Probleme herauszufinden, so weit ist es noch nicht. Aber, und das ist eben der Lichtblick in diesem Gewühl, in diesem Gerangel, in diesem Tohuwabuhu, Der Lichtblick ist, dass die Deutschen... dass auch die Medien zum Teil die Probleme erkannt haben. Und all diese Lebenslügen und Illusionen der letzten Jahre und Jahrzehnte, nichts ist schwerer zu ertragen als eine Folge von guten Tagen. Also diese Überflussgesellschaft, die merkt allmählich, ja, das war jetzt nicht so eine glänzende Idee, die Autoindustrie auf dem grünen Altar der Planwirtschaft ohne Plan, der planlosen Planwirtschaft zu opfern. Das funktioniert nicht. Die Europäische Union musste sogar das Verbrenner aus, ein bisschen zurücknehmen. Natürlich sind das noch keine Mondlandungen, das ist noch nicht der ganz grosse Durchbruch zum Glück, aber es sind Anzeichen. Es sind Entwicklungen, es sind doch letztlich Symptome und Indizien, dass es in eine andere Richtung gehen könnte. Und klar, auch die Deutschen haben das Problem erkannt. Sie möchten mehr Auswahl in der Politik, sie möchten eine Alternative. Und zwar eine Alternative, an der man sich abarbeitet, mit der man ringt, mit der man diskutiert. Man will hier das demokratische Gespräch eben alle mit allen wieder in Gang bringen. Die Europäische Union, auch da viele schlechte Nachrichten, aber sie kennen meine Methode, die dialektische Methode. Die schlechten Nachrichten sind eben notwendige Vorstufen zur Problemerkennung. Und der Mensch, da dürfen wir nicht verzweifeln, hat jedes Problem noch gelöst, dass er sich selber eingebrockt hat. Die unlösbaren Probleme, die kann man nicht lösen, manchmal versucht man auch das, aber die lösbaren Probleme... Auch die Katastrophen, die man sich immer wieder eingebrockt hat, die konnten gelöst werden. Das ist ja, wenn man so will, umgangssprachlich vielleicht der Gottesbeweis, dass es am Schluss trotz allen Widrigkeiten und Fürchterlichkeiten eben doch wieder gut herauskommt. Also bei aller Kritik im Kleinen, das auch nicht immer so klein ist, zeigt sich doch, dass es da Veränderungen gibt, neue Tendenzen, dass die Leute eben ein schärferes Bewusstsein der misslichen Lagen haben als zum Teil auch die Politik. Die Wähler sind eben den Politikern oft voraus. Das ist ja die grosse Stärke der Demokratie. Aber wenn sie die Demokratie natürlich so verformen und so abwürgen, dass das Volk ausgebremst wird, auch in der Schweiz, gibt es da den einen oder anderen Sündenfall. Dann müssen Sie sich nicht wundern, wenn die Situation sich irgendwo verkrampft und eben im Unerfreulichen festbeisst und festfährt. Also um uns herum gewisse Lichtblicke. Wie sieht es denn in der Schweiz aus? Die Schweiz behauptet sich erstaunlich stark. Das liegt vielleicht weniger an uns Schweizern als an der Weisheit unserer Vorfahren, die uns ein tolles Staatsmodell auf den Weg gegeben haben, eine direkte Demokratie. Ein Land, das eben nicht die Macht vergöttert, sondern pulverisiert. Ein Land, das der Macht misstraut, der Politik. Und deshalb sagen wir Schweizer, die Politik ist zu wichtig, als sie den Politikern zu überlassen. Und solange das so ist, solange wir selber über unser Schicksal bestimmen können, natürlich nicht autark, wir können nicht machen, was wir wollen, Aber zumindest in diesem allgemeinen... der Rumpel der Weltpolitik, selber die wesentlichen Entscheidungen treffen können, eine Auswahl treffen können für den oder die Wege, die uns besser erscheinen als andere, solange wir eben nicht von den Entscheidungen anderer abhängig sind, sklavisch abhängig sind, solange haben wir eine Chance. Und die Welt steuert auf die gelegentliche Konfrontation der Grossmächte zu. Es gibt jetzt da diese gewaltigen Eisplatten. auf der rauen See der Weltpolitik, die immer wieder zusammenstossen. Was ist dann wichtig, wenn solche Eisplatten zusammenstossen? Wenn sie ein kleines Land sind, sozusagen eine Schneeflocke, ein kleiner Eiskristall zwischen diesen riesigen Antarktisplatten, dann müssen sie schnell navigieren, dann müssen sie sich freischwimmen können und dürfen sich ja nicht irgendwo andocken lassen, damit sie dann noch zur Bufferzone oder... zu irgendeinem Gummiabfederungselement werden, da werden sie zerdrückt, zermanscht, dann verschwinden sie, sie werden zermalmt. Also die Schweiz muss hier ihre Unabhängigkeit, ihre Flexibilität, ihre Stärken weiter hineinsetzen. Darum, Sie verzeihen es, bin ich ein grosser Skeptiker dieser Anbindungsfantasien und Anbindungsillusionen gegenüber der Europäischen Union, die in Bern gehegt werden. Und wenn wir uns natürlich einreden in der Schweiz, wir seien Zwerge, dann werden wir auch wie Zwerge behandelt. Aber man muss eben selbstbewusst auch dem Ausland sagen, wer man ist, nicht frech, nicht böse und auch nicht schulmeisterlich, sondern einfach mit einem gesunden Bewusstsein für die eigene Welt. Eine Stellung für die eigene Herkunft, auch für die Leistung, die akkumulierte, von der wir alle heute profitieren dürfen. Das sind so die grundlegenden Lichtblicke. Sie sehen, ich bin also kein Zweckoptimist, ich muss auch nicht irgendwelche Drogen nehmen, damit ich da am Morgen in aufgeräumter Stimmung bin. Nein, ganz im Gegenteil, ich glaube wirklich, dass es gut kommt. Allerdings gilt es immer wieder, die Probleme, die Hindernisse auf dem Weg zu diesem positiven. aus dem Weg zu räumen und auch klar zu benennen. Das ist auch der Auftrag dieser Sendung. Sie würden mir ja nicht zuschauen, wenn ich da einfach nur etwas Rückenmassage und Fusszonenreflexakupressur betreiben würde. Dann gibt es noch andere Lichtblicke. Ich habe mir ein paar spezifische herausgepickt. Am 23. Dezember, dem Tag vor Heiligabend im Jahr 1913, ist das amerikanische Federal Reserve System eingeführt. als eine Zentral- und Notenbank Amerikas, die allerdings im Besitz der Banken bleibt. Und trotz dem Bankencrash 1929 hat sich dieses System erstaunlich gut etabliert und ist auch stabil allen Widrigkeiten der Welt stehen geblieben. Es gibt heute viele Stimmen, die sagen, das gehe zu Ende. Ich bin da noch nicht so sicher, dass die Amerikaner, die viele verborgene und auch offensichtliche Stärken haben, Manchmal sind sie auch Weltmeister darin, ihre Stärken unter einer riesigen Schlammlawine von Schwächen und temporären Misshelligkeiten zu verstecken. Aber dieses Fettsystem ist nach wie vor sehr, sehr stark und gibt der Welt auch eine gewisse Stabilität. Hoffen wir, dass das noch möglichst lange so läuft. Dann Loic Meijar fährt im Weltcup-Salalon von Alta Badia erneut aufs Podest. Dritter Rang, er hat vielleicht sogar den Sieg verscherzt. Tolle Leistungen der Schweizer Alpinen, das ist ja fast wie Ende der 80er Jahre, als ich noch sportjournalistisch tätig war. Dann im Tagesanzeiger habe ich eine Würdigung gelesen, der diskreten Gastronomen Dani Kehl und Marc Sachser. Sie führen heute 30 Betriebe, machten vor 25 Jahren Sushi, ist vor 25 Jahren in Zürich, machten sie Sushi massentauglich. Der Jahresumsatz des Gastro-Duos mit ihrer Firma Two Spice AG wird auf 100 Millionen Franken geschätzt, heute auch ausserhalb Zürichs. 2018 hat sich Coop ins Unternehmen eingekauft. Sie haben es geschafft, diese Unternehmer japanische Gerichte bei uns populär zu machen. Niemand hätte gedacht, dass roher Fisch und kalter Reis sich jemals bei den Schweizern durchsetzen könnten. Reto Lipp wird 65 und geht in Pension. Er war das Freundliche, aber auch kompetente Wirtschaftsgesicht von Fernsehen SRF und hat seine Interviews durchaus kritisch, aber nie destruktiv geführt. In einem Tamedia-Interview verrät er, dass seine Mutter jede Sendung geschaut hat und ihm jeweils ein positives Feedback gegeben habe. Den CS-Verwaltungsrat habe er im Nachhinein allerdings zu sehr mit Samthandschuhen angefasst. Nicht zuliebs Lieblingen aus der Wirtschaft gehört nach eigener Aussage Elon Musk. gerne geredet. Habe er aber mit Peter Spuhler von Stadler und Susann Thoma von Sulzer. Dann auf ganz heikles Eis begibt sich der Blick mit einer Frage mitten aus dem Leben. Darf man dem Partner, der Frau, dem Ehemann sagen, dass er oder sie zu sehr zugenommen habe? Darf man antönen, dass er oder sie sich gehen lässt? Jawohl, sagt die Paartherapeutin, auch hier soll es keine Geheimnisse in einer Partnerschaft geben. und man soll das Thema sobald man sich daran stört, nicht unter den Teppich kehren. Entscheidend sei aber die Wortwahl. Formulierungen wie, du lässt dich gehen oder du bist für mich zu dick geworden, verletzten und würden den Partner in den Gegenangriff oder Rückzug zwingen. Am besten, ich zitiere, am besten gewinnt man das Gespräch mit einer Bitte oder einer Beobachtung. Zitat Ende. Ein Satz wie, mir ist aufgefallen, dass du dich verändert hast und ich mache mir Sorgen um deine Gesundheit, ist weder... vorwurfsvoll, noch angriffig und kann entsprechend auch auf der Gegenseite, auf der partnerschaftlichen Gegenseite vielleicht ein Einlenken bewirken. Ich bin überzeugt, dass das richtig ist. Ich glaube, es ist ganz schlecht, wenn man in einer Partnerschaft sich sozusagen zum Komplizen und Verbündeten macht von Verhaltensweisen, die einem bei der geliebten Person nicht gefallen, wo man sich ernsthaft Sorgen macht. Und wenn man ehrlich miteinander redet, davon bin ich auch zutiefst überzeugt, dann kommt es immer. gut heraus. Und manchmal meint man es ehrlich, aber man liegt vielleicht falsch. Aber die Ehrlichkeit... ist, was das Motiv angeht, immer die entscheidende Grundlage. So, jetzt habe ich eine Sendung gemacht und ich hoffe auch, dass alle meine Freunde, die vielleicht gestern etwas gelitten haben unter der Reiskübeldusche, wobei ich habe auch Positives erwähnt, zum Beispiel die Weihnachtsgeschichte, die ich dann vielleicht morgen am 24. noch einmal zum Besten geben darf in anderen Schattierungen. Aber eben, heute gute Nachrichten, nicht Zweckoptimismus, sondern begründete Zuversicht. wie Sie es von Weltwoche Daily erwarten. Seit wir angefangen haben mit diesen unglaublichen Einschaltquoten heute, was haben wir schon alles gemeinsam erlebt? Wir haben die Corona-Zeit erlebt, den Anfang, dann dieser Wahnsinn in der Ukraine, das Getöse, dass einem da gewisse Leute einreden wollen, man dürfe seine eigene Meinung nicht mehr sagen, man müsse jetzt hier auch mitmarschieren in den Marschkolonnen um Himmels Willen, da machen wir nicht mit. und ich verspreche Ihnen, falls Sie morgen dann schon abgeschaltet haben, selbstverständlich werden wir bei Weltwoche Daily auch im nächsten Jahr mit unversieglicher Freude und unzerstörbarer Leidenschaft und eben gut gelaunt Sie durch die Wirrnisse der Gegenwart führen, in der Hoffnung, nicht selber Wirrnisse herzustellen. Bis dann, bis später und ich glaube, morgen werde ich mich da noch einmal zu Wort melden, wenn ich zeitlich dazu komme. Ich freue mich. und wünsche Ihnen einen schönen Tag vor Heiligabend. Freuen Sie sich auf diese Zeit. Jetzt geht ja das vorweihnachtshysterische Getrubel etwas einem Ende entgegen. Jetzt kommt dann etwas in die Gegenrichtung. Da muss man auch aufpassen, dass man nicht zu sehr in den Downer hineinkommt. Also psychologisch anspruchsvoll, aber mit Weltwoche Daily kommen Sie auch da problemlos durch. Ich freue mich. Bis bald.