Deutschland verfehlt wohl sein selbstgesetztes Ziel, bis 2026 jährlich 6 Milliarden Euro zur internationalen Klimafinanzierung bereitzustellen. Laut Haushaltsentwurf 2026 bleiben zentrale Budgetposten konstant oder wurden sogar gekürzt – darunter auch Mittel für die Internationale Klimaschutzinitiative sowie Beiträge an globale Umweltfonds, berichtet das Magazin Focus. Die Entwicklungshilfe insgesamt soll mittelfristig um rund 10 Prozent sinken.
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Konkret sieht der Entwurf für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Kürzungen vor. Für Klimainvestitionen im Ausland bleiben wie schon 2025 nur 635 Millionen Euro vorgesehen. Beiträge an multilaterale Fonds wie den Green Climate Fund schrumpfen von 892 Millionen Euro (2024) über 751 Millionen (2025) auf nur noch 729 Millionen. Auch für internationale Transformationen stehen wie zuvor nur 100 Millionen bereit.
NGOs sprechen von einem «fatalen Signal». Sarah Zitterbarth von Greenpeace warnt: «Es ist mit Blick auf weitere Kürzungen sehr unwahrscheinlich, dass die Bundesregierung für 2026 das 6-Milliarden-Ziel erreichen wird.» Die Zusage stammt aus dem Jahr 2021, gemacht von Kanzlerin Angela Merkel und später bekräftigt von Olaf Scholz.
Nach Berechnungen von Oxfam dürfte Deutschland 2025 lediglich zwischen 5,1 und 5,4 Milliarden Euro leisten – eine Zielverfehlung, die sich fortsetzen könnte. Auch andere Industrieländer kürzen derzeit ihre Klimahilfen. Damit droht das globale 300-Milliarden-Ziel bis 2035 aus dem Blick zu geraten.