Deutschland wird sein Klimaziel für 2030 voraussichtlich nicht erreichen. Das geht aus einem Entwurf des neuen Klimaschutzprogramms 2026 der Bundesregierung hervor, über den die Welt berichtet. Demnach sollen die Emissionen bis 2030 zwar um 63 Prozent gegenüber 1990 sinken – das Ziel liegt jedoch bei 65 Prozent. Laut dem im Entwurf zitierten Expertenrat für Klimafragen wird dieses Ziel «wahrscheinlich eher nicht erreicht».
Jens Büttner/Keystone
Besonders schlecht steht es um die Bereiche Verkehr und Gebäude. Beide Sektoren werden demnach ihr Klimaziel deutlich verfehlen. Im Verkehr sollen 169 Millionen Tonnen CO2 mehr ausgestossen werden als erlaubt, im Gebäudebereich rund 110 Millionen Tonnen. Die grössten Defizite bestehen laut Entwurf also dort, wo besonders viele Einzelentscheidungen von Bürgern, Unternehmen und Kommunen zusammenkommen.
Auch über das Jahr 2030 hinaus sieht es düster aus: Selbst das Fernziel der sogenannten Treibhausgasneutralität bis 2045 scheint kaum erreichbar. Nach den aktuellen Prognosen würden auch dann noch rund 204 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verbleiben.
«Mit den derzeitigen klimapolitischen Instrumenten und den angenommenen Rahmenbedingungen ist es nicht absehbar, dass in allen Sektoren die Transformation zur Treibhausgasneutralität gelingt», heisst es im Entwurf wörtlich. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) will das überarbeitete Klimaprogramm im März vorlegen. Dann soll auch deutlicher werden, mit welchen konkreten Massnahmen die Lücke geschlossen werden soll.