Kooperation statt Konfrontation: Wie Europas Solarindustrie mit der Hilfe Chinas wieder auf die Beine kommt
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Kooperation statt Konfrontation: Wie Europas Solarindustrie mit der Hilfe Chinas wieder auf die Beine kommt

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Kooperation statt Konfrontation: Wie Europas Solarindustrie mit der Hilfe Chinas wieder auf die Beine kommt
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Europa hatte den Solarwettkampf schon einmal fast gewonnen – und dann am Ende verloren wie ein Boxer, der nach Punkten vorne liegt und in der letzten Runde vergisst, dass man auch zuschlagen muss. In Freiberg in Sachsen, zwischen Chemnitz und Dresden, stand einst ein europäisches Hightech-Versprechen. Dort wurde Fotovoltaik entwickelt, lange bevor Solar zur globalen Industrie wurde. Dann kam China. Nicht mit Versprechen, sondern mit Fabriken. Grösser, schneller, billiger. Europa dachte, China baute. Die Solarindustrie wanderte nach Osten – und irgendwann auch das Know-how. Normalerweise endet so eine traurige Wirtschaftsgeschichte. Tut sie diesmal aber nicht.

© KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER
Der Monteur einer Elektroinstallationsfirma montiert eine Solaranlage auf dem Dach eines Wohnhaus in Zuerich, fotografiert am Freitag, 29
© KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER

Denn die Rechnung hat sich verschoben. Eine Studie von Solarpower Europe und dem Fraunhofer-Institut zeigt: Europa kann wieder Solar herstellen – nicht so billig wie China, aber wirtschaftlich. Solar made in Europe kostet noch etwas mehr als Importware, aber nicht mehr absurd viel. Der Unterschied ist geschrumpft auf ein Mass, das Industriepolitik erlaubt – und Industrie rechtfertigt.

Und plötzlich passiert etwas Erstaunliches: Es wird gebaut. In Hambach, nahe der deutsch-französischen Grenze, entsteht auf französischem Boden mit Holosolis eine Solarmodulfabrik mit fünf Gigawatt Jahreskapazität. Strom für rund eine Million Haushalte. Finanziert mit mehr als 220 Millionen Euro, getragen von Investoren – darunter auch das deutsche Familienunternehmen Heraeus. 2000 direkte Jobs. Kein Start-up-Märchen, sondern schwere Industrie. Der Zeitplan ist zwar langsamer als erhofft, aber realistisch. Genehmigungen stehen, Netze auch. Maschinen kommen.

Die eigentliche Pointe aber ist diese: Europa baut die Fabrik – und China liefert die Technologie. Holosolis setzt auf Topcon-Zellen, den effizientesten Industriestandard. Entwickelt von Trina Solar aus China. Früher exportierte Europa Technologie und importierte Module. Heute importiert Europa Technologie und produziert wieder selbst. Das ist keine Kapitulation, das ist Arbeitsteilung. Kooperation statt Konfrontation. Vernunft statt Ideologie.

Man muss das nicht lieben. Aber man sollte es nur verstehen. Es ist wie ein Handschlag unter Ingenieuren. Einer baut besser, der andere ist näher am Markt, beide gewinnen. Und Europa boxt wieder mit. Nicht gegen China, sondern mit ihm. Und vielleicht ist genau das der Fortschritt: Industrialisierung ohne Scheuklappen. Weniger Moral, mehr Maschine. Und am Ende: Strom aus Sonne – gebaut von vielen.

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