Mehrere Staaten im Nahen Osten sowie die USA bitten die Ukraine um Unterstützung bei der Abwehr iranischer Kampfdrohnen. Wolodymyr Selenskyj bestätigte entsprechende Anfragen. Auf der Plattform X schrieb der ukrainische Präsident, Washington habe «eine Anfrage der USA für spezifische Unterstützung zum Schutz gegen ‘Shaheds’ in der Nahost-Region» gestellt. Er habe daraufhin angewiesen, entsprechende Mittel bereitzustellen und ukrainische Spezialisten einzusetzen.
Sean Gallup/EPA/Keystone
Die Drohnen vom Typ Shahed wurden ursprünglich im Iran entwickelt und werden auch von Russland im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt. Kiew hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Erfahrungen bei der Abwehr dieser vergleichsweise günstigen, aber schwer zu bekämpfenden Flugkörper gesammelt.
Neben den USA sollen auch Staaten aus der Golfregion Gespräche mit Kiew führen. Grossbritannien kündigte an, ukrainische Spezialisten einzubeziehen, um Partnerländer beim Schutz vor iranischen Drohnen zu unterstützen. London betrachtet unter anderem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar als militärische Partner, die zuletzt Ziel iranischer Angriffe geworden sind.
Selenskyj brachte zugleich ein mögliches Tauschgeschäft ins Spiel. Die Ukraine könnte eigene Abfangdrohnen liefern oder ihr Know-how teilen – im Gegenzug erwartet Kiew zusätzliche Raketen für das US-Flugabwehrsystem Patriot. Der ukrainische Präsident verwies darauf, dass im Iran-Konflikt innerhalb von drei Tagen angeblich mehr als 800 Patriot-Raketen eingesetzt worden seien – mehr, als die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges insgesamt zur Verfügung hatte.
Die Munition für die in den USA produzierten Systeme gilt weltweit als knapp. In Kiew wächst deshalb die Sorge, dass der steigende Bedarf in anderen Konflikten die Lieferungen an die Ukraine weiter verringern könnte.