Kritik als Gotteslästerung? SPD-Fraktionschef Matthias Miersch kann es nicht fassen, dass Arbeitsministerin Bärbel Bas verlacht wird
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Kritik als Gotteslästerung? SPD-Fraktionschef Matthias Miersch kann es nicht fassen, dass Arbeitsministerin Bärbel Bas verlacht wird

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Kritik als Gotteslästerung? SPD-Fraktionschef Matthias Miersch kann es nicht fassen, dass Arbeitsministerin Bärbel Bas verlacht wird
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Der Begriff Narrenfreiheit bezieht sich auf den Berufsstand der Hofnarren. Sie hatten mehr Spielraum als andere, den König zu kritisieren.

Eine Grenze gab es jedoch: Der Herrscher durfte nicht ausgelacht werden. Darauf folgten schwere Strafen, Verbannung vom Hof, manchmal der Tod.

In den Adern von Matthias Miersch fliesst zwar kein blaues Blut, dennoch glaubt er offenbar, dass sich Minister in einer Republik in der Tradition absolutistischer Könige befinden.

KAY NIETFELD / KEYSTONE
Kritik als Gotteslästerung? SPD-Fraktionschef Matthias Miersch kann es nicht fassen, dass Arbeitsministerin Bärbel Bas verlacht wird
KAY NIETFELD / KEYSTONE

Tagelang trieb den SPD-Fraktionschef im Bundestag der unerhörte Affront um, dass seine Parteigenossin, Arbeitsministerin Bärbel Bas, bei einer Rede verlacht worden war.

Das blanke Entsetzen war ihm anzumerken, als er fassungslos zu Protokoll gab: «Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass das Auslachen einer Ministerin an dieser Stelle überhaupt nicht geht.»

Lassen wir beiseite, wer «wir» ist und an welcher Stelle ein Lacher geht. Wollen wir dem aufrechten Sozialdemokraten vielmehr dankbar sein für seine Ehrlichkeit: Selten hat ein Politiker so klar gesagt, wie er und seinesgleichen sich fühlen. Unantastbar, erhaben über die Niederungen des Wählerpacks, immun gegen jede Kritik.

Lachhaft.

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