Irans neuer oberster Führer Modschtaba Chamenei ist nach Angaben der Regierung weiterhin im Amt und erfüllt seine Aufgaben, obwohl US-Stellen von einer möglichen Verletzung ausgehen. Irans Aussenminister Abbas Araghtschi sagte dem US-Sender MS Now: «Es gibt kein Problem mit dem neuen Obersten Führer» und ergänzte: «Er erfüllt seine Pflichten gemäss der Verfassung und wird dies auch weiterhin tun.»
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US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor erklärt, Chamenei sei «verletzt und wahrscheinlich entstellt». Hintergrund ist ein Luftangriff auf Teheran am 28. Februar, bei dem nach Medienberichten Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde. Sein Sohn Modschtaba Chamenei wurde wenige Tage später, am 8. März, als politisches und geistliches Oberhaupt des Iran bestimmt. Der 56-Jährige gilt seit Jahren als einflussreiche Figur im Machtapparat der Islamischen Republik.
Wie N-TV berichtet, halten Spekulationen über Modschtaba Chameneis Zustand jedoch an: Seit seiner Ernennung ist er in der Öffentlichkeit nicht aufgetreten. Eine erste Botschaft an die Bevölkerung wurde zwar veröffentlicht, aber nicht von ihm selbst vorgetragen, sondern im Staatsfernsehen von einer Journalistin verlesen. Weder Bild- noch Tonaufnahmen des neuen Führers wurden bisher verbreitet. Beobachter werten dies als ungewöhnlich, da selbst aus geschützten Anlagen normalerweise Videobotschaften möglich wären.
Parallel erhöht Washington den Druck. Die USA haben eine Belohnung von bis zu zehn Millionen Dollar für Hinweise zum Aufenthaltsort Chameneis oder anderer ranghoher iranischer Verantwortlicher ausgesetzt. Die widersprüchlichen Angaben über den Gesundheitszustand des neuen Ajatollah unterstreichen die Unsicherheit über die Machtverhältnisse in Teheran während des laufenden Konflikts.