Lernen von Elon Musk: Auch die Schweizer Bürokratie muss entstaubt und entrümpelt werden
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Lernen von Elon Musk: Auch die Schweizer Bürokratie muss entstaubt und entrümpelt werden

Nun weiss ich, dass diese Idee einen Proteststurm erzeugen wird. Dennoch ist es an der Zeit, darüber nachzudenken. Gesucht wird ein Schweizer Elon Musk.

Die Schweiz lobt sich, mit ihrer direkten Demokratie eines der freiesten Länder dieser Welt zu sein. Ich bin mir darüber längst nicht mehr so sicher. Der Föderalismus hat, wie alle zur Kontrolle ihrer Bürger erschaffenen Systeme, neben der löblichen Tatsache, einen alles diktierenden Zentralstaat zu verhindern, auch eine sehr negative Seite. Er fördert den Auswuchs der Bürokratie noch mehr. Der Zentralstaat hat eine riesige Behörde, der föderale Staat wie die Schweiz hat die staatliche Behörde in Bern, die kantonale Behörde und dann noch die letzte Behörde in den vielen, vielen Gemeinden. Wer dann unbedingt noch eine vierte Behörde zur Überwachung von immer mehr Einschränkungen der persönlichen Freiheit will, der ist schliesslich noch für den Anschluss an die EU mit ihrer Monsterbürokratie.

2025 Getty Images
Elon Musk arrives before the 60th Presidential Inauguration in the Rotunda of the U
2025 Getty Images

Eine, und nicht die harmloseste, Qualität der Bürokratie ist es, dafür zu sorgen, sich selber am Leben erhalten zu müssen, zu wollen, also ihre Macht ständig auszubauen. Dies tut sie mit einer recht simplen Methode. Sie schafft ständig neue Bestimmungen, Gesetze, deren Anwendung sie dann überwachen muss. In der Praxis benötigt sie dafür immer mehr Personal, immer mehr Steuergelder auch für immer mehr Raum, den die immer mehr Bürokraten zur Arbeit brauchen. Dies hat in der Schweiz zur bedenklichen Tatsache geführt, dass Beamtenlöhne heute höher sind als in der Privatwirtschaft, weil der Markt für die Bürokratie fast unendlich geworden ist.

Natürlich ist in einem föderalen Staat wie der Schweiz die Überwachung der Bürger sehr kleinmaschig. Und damit wird die individuelle Freiheit der einzelnen Menschen immer kleiner. Am Ende überwacht jeder Bürger den andern, der Neid tut seine Pflicht, eine typisch schweizerische Wesensart ist gepflegt.

Elon Musk hat in Amerika die Aufgabe, die Bürokratie zu stutzen. Als qualifizierter Vertreter der digitalen Generation ist er sicher, mit den richtigen Computer-Programmen, mit Algorithmen geschriebener Software, zwei Drittel der Bürokratie in Washington überflüssig zu machen. Dies ist technisch keine besonders schwierige Aufgabe, stösst allerdings auf grossen bürokratischen Widerstand.

Die modernen Computer werden immer schneller, ihre «Gehirne», die Chips, immer potenter. Sie sind heute so mächtig, dass sie daran arbeiten können, die eigene Kapazität dazu zu benutzen, sich selber zu belehren. Dieser Vorgang wird mit dem neuesten Kürzel AI oder KI benannt: Artificial Intelligence oder künstliche Intelligenz.

Was früher immer mehr Menschen ausrechnen und in Formularen ausfüllen mussten, um in der Praxis die Kontrolle behalten zu können, erledigt heute im Prinzip ein mittelschneller Laptop. Nicht auszudenken, wie schnell die nächsten noch viel schnelleren Rechner, die Quantencomputer, sein werden.

In Anbetracht dieser beiden Tatsachen, des natürlichen, allerdings krebsartigen Wachstumswahns der Bürokratie sowie der Entwicklung der künstlichen Intelligenz – der arabische Wissenschafter al-Chwarizmi fand bereits vor 1200 Jahren heraus, dass jede grosse Aufgabe in einer endlichen Anzahl von kleinen Schritten zu erledigen ist, eben in einem Algorithmus –, denke ich, dass es berechtigt sein muss, jetzt einen Schweizer Elon Musk zu suchen.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.