Die AfD rechnet sich hohe Chancen aus, in Ludwigshafen erstmals einen Oberbürgermeisterposten in einer westdeutschen Grossstadt zu gewinnen. In der wirtschaftlich angeschlagenen Industriestadt, lange eine Hochburg der SPD, wird die AfD immer stärker. Bei der Bundestagswahl holte die Partei dort mit 24,3 Prozent der Zweitstimmen ihr bestes Ergebnis im Westen. Auch bei den Kommunalwahlen 2024 konnte sie mit knapp 20 Prozent stark zulegen, berichtet die Welt.
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Besonders profitiert die AfD von der wirtschaftlichen und sozialen Krise Ludwigshafens. Die Stadt ächzt unter einer hohen Verschuldung von 1,5 Milliarden Euro, steigender Arbeitslosigkeit und massiven Infrastrukturproblemen. Hinzu kommen wachsende Probleme bei Bildung, Migration und öffentlicher Sicherheit. Die amtierende Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck, ehemals SPD, trat aus ihrer Partei aus und kritisierte fehlende Unterstützung durch die Landes- und die Bundesregierung.
Die AfD will bei der Wahl am 9. Juni mit einem eigenen Kandidaten antreten, der Verwaltungs- und Führungserfahrung mitbringen soll. Parteichef Johannes Thiedig betont, die Partei wolle die Stadt aus der Schuldenkrise führen und mit einer «konsequenten Remigration krimineller und illegaler Migranten» sowie einem Abbau von Bürokratie punkten.