Die Stadt Lübeck setzt während des Weihnachtsmarkts einen Blitzer mit einer Auslöseschwelle von 0 km/h ein. Das Messgerät steht an einer Zufahrt zur Altstadt und erfasst jede Bewegung auf der Fahrbahn. «Der Blitzer steht dort, um die Zufahrt zur Altstadt zu kontrollieren. Die Zufahrt wurde als Schutzmassnahme für die Lübecker Weihnachtsmärkte gesperrt. Dennoch halten sich viele nicht daran», erklärte Stadtsprecherin Nicole Dorel.
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Eigentlich gilt an der Stelle Tempo 30. Während der Öffnungszeiten des Weihnachtsmarkts zwischen 10.30 Uhr und 22 Uhr wurde die Auslösung jedoch bewusst auf 0 km/h gesetzt. «Der Blitzer reagiert so auf jede Bewegung auf der Fahrbahn», sagte Dorel. Man habe befürchtet, dass Autofahrer das Gerät sonst durch sehr langsames Fahren umgehen könnten.
Durch den Weihnachtsmarkt endet die Strasse derzeit in einer Sackgasse. «Dadurch kommt es zu gefährlichen und waghalsigen Wendemanövern, die Fussgänger und Verkehrsteilnehmer gefährden. Daher sehen wir uns gezwungen, diese Zufahrt zu kontrollieren», so die Sprecherin.
Eine Kontrolle durch Personal sei nicht möglich. «Das ist personell nicht leistbar», teilte die Stadt mit. Aufnahmen von Fussgängern oder Radfahrern würden «schnellstmöglichst gelöscht». Fahrzeugführer, die trotz Verbot einfahren, erhalten ein Bussgeld von 50 Euro. Der Einsatz des Blitzers sei eine «ungewöhnliche Massnahme», erklärte Dorel.