Lug und Trug beim SRF-«Club»: Die Asylstatistik war gefälscht und sollte die Zuschauer manipulieren
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Lug und Trug beim SRF-«Club»: Die Asylstatistik war gefälscht und sollte die Zuschauer manipulieren

Das Schweizer Fernsehen SRF führt momentan eine Zuwanderungsdebatte. In der Sendung «Club» vom 9. April präsentierte die Redaktion eine Infografik, wie sie falscher kaum sein könnte.

In einer roten Kurve wurde die Entwicklung des Saldos der Zuwanderung bezüglich ständiger Wohnbevölkerung gezeigt. Dieser Saldo als Differenz zwischen Zuwanderung und Auswanderung betrug im Jahr 2023 gemäss Staatssekretariat für Migration (SEM) rund 98.800 Personen.

Lug und Trug beim SRF-«Club»: Die Asylstatistik war gefälscht und sollte die Zuschauer manipulieren

Nicht gezeigt wurden in der Grafik allerdings die Zehntausenden von Ukrainern mit Status S, die ebenfalls hier wohnen und unsere Infrastrukturen nutzen. Von den rund 400.000 Grenzgängern ganz zu schweigen.

Im unteren Teil dieser SRF-Infografik wurde im «Club» eine gelbe Kurve gezeigt mit 5991 Asylgewährungen im Jahr 2023. Diese Kurve präsentierte sich in der Entwicklung seit den achtziger Jahren ausserordentlich flach. Der Haken an dieser Zahl ist, dass sie nur die gewährten positiven Asylentscheide umfasst.

Im letzten Jahr haben aber gemäss SEM 30.220 Personen ein Asylgesuch in der Schweiz gestellt. Selbst durchschnittlich Informierte wissen mittlerweile ganz genau, dass davon zwar ein grosser Teil negativ entschieden wird, aber nur eine verschwindend kleine Minderheit unser Land wieder verlässt oder gar ausgeschafft wird.

Eine auch nur halbwegs ehrliche Statistik dürfte nicht «übersehen», dass praktisch alle Asylbewerber dauernd hierbleiben. Viele von ihnen erhalten nämlich den Status von «vorläufig Aufgenommenen», was faktisch einem dauernden Bleiberecht mit anschliessendem Familiennachzug entspricht. Selbst die meisten der Abgewiesenen bleiben dauernd im Land.

Wahrlich lachhaft war die Behauptung der «Club»-Moderatorin Barbara Lüthi, es würden aus dem EU-Raum 55 Prozent «Hochqualifizierte» zuwandern. In Wahrheit waren im Jahr 2022 gerade einmal 11,4 Prozent hochqualifiziert, wobei in diese Zahl auch das Pflegepersonal integriert ist. Bei 23,6 Prozent handelte es sich um «nicht bestimmbare Berufe», 19,1 Prozent waren Familiennachzug, 6,8 Prozent die Aus- und Weiterbildung. 14,5 Prozent betrafen Küchen- und Servicepersonal, das Baugewerbe, kaufmännische Angestellte sowie Büroberufe, Verkäufer und Einkäufer, Reinigungspersonal und Landwirtschaft. 3,6 Prozent dieser Zuwanderer waren ohne Erwerbstätigkeit. So viel zu den Fake News von SRF, wir kämen in den Genuss von 55 Prozent «Hochqualifizierten».

Es ist wahrlich ein Armutszeugnis, wenn es unser mit Zwangsgebühren finanziertes Fernsehen SRF nicht fertigbringt, korrekte Statistiken zu zeigen. Das scheint nicht einfach der berühmte Wahnsinn der Überforderung, das hat vielmehr Methode.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.