Macht mit Geiseln? Die Hamas setzten Freilassungs-Inszenierungen für perverse Propaganda ein
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Macht mit Geiseln? Die Hamas setzten Freilassungs-Inszenierungen für perverse Propaganda ein

Die Hamas entwickelt immer wieder neue, sadistische und menschenverachtende Inszenierungen für die Freilassung von Geiseln.

So auch am vergangenen Samstag, als sechs Israelis nach mehr als 500 Tagen Gefangenschaft freigelassen wurden. Eine der Geiseln, Omer Shem Tov, wurde zum Beispiel gezwungen, zwei seiner Peiniger zu küssen, als er auf der Bühne stand.

Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.
Israeli hostages, from left to right, Eliya Cohen, Omer Shem and Omer Wenkert, show Hamas issued certificates as instructed by militants, before being handed over to the Red Cross in Nuseirat, central Gaza Strip, Saturday, Feb
Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.

Die Hamas präsentierte dies als «spontanen Moment» und eine Demonstration «ihrer hohen Ethik im Umgang mit Gefangenen».

Doch die Inszenierung war zynisch orchestrierte Propaganda. Auf dem offiziellen Video der Hamas wird nicht gezeigt, dass Omer zuvor von einem Kameramann angewiesen wurde, die Folterer zu küssen.

Ein weiteres Beispiel für den sadistischen Umgang mit den Geiseln sind die beiden jungen Männer, die nicht freigelassen wurden und weiterhin in den Tunnelanlagen der Hamas festgehalten werden, aber gezwungen wurden, sich die Inszenierung der Geiselbefreiung anzusehen. Sie wurden dabei gefilmt, wie sie verzweifelt Benjamin Netanjahu um ihre Freilassung anflehen. Die Texte waren ihnen zuvor diktiert und die Szenen einstudiert worden. Auf sie gerichtete Waffen sollten sicherstellen, dass sich die beiden Geiseln an die sadistische Regieanweisung der Terroristen hielten.

Die Hamas ist alles andere als eine Widerstandsbewegung, sondern ein Kult der Barbarei, meint der französische Philosoph Michel Onfray. Die Weigerung der Linken, diese Realität anzuerkennen, ist für Onfray eine moralische Bankrotterklärung.

Die «Freiheitskämpfer» aus Gaza setzen PR professionell als Täuschungsinstrumente ein. Die Morde an mehr als 1200 Menschen am 7. Oktober 2023, die Vergewaltigungen und die Entführung von 250 Menschen in die Tunnelanlagen der Hamas in Gaza haben sie gefilmt und wie Trophäen im Netz verbreitet.

Die Propaganda der Hamas ist eine gutgeölte Maschine. Sie zielt einerseits darauf ab, Israelis Angst einzujagen. Anderseits will sie die Unterstützung ihrer palästinensischen und internationalen Basis gewinnen. Die Terrorgruppe betrachtet ihre Medienoperationen als «ein zusätzliches Schlachtfeld, parallel zu ihren physischen Kriegsanstrengungen», meint Guy Aviad, ein ehemaliger Beamter der Geschichtsabteilung der IDF und Autor von «The Politics of Terror – An Essential Hamas Lexicon» (2014).

Mit ihren pervers-sadistischen Inszenierungen der Geiselbefreiung setzen sie jetzt ihre PR-Strategie fort. In einigen Videos sieht man Hamas-Terroristen, die sich scheinbar freundlich von Geiseln verabschiedeten, ihnen die Hand geben oder sie umarmen. Das ist selbstredend ein zynischer Bluff, da Geiseln später über Misshandlungen, Hunger und psychischen Terror während ihrer Gefangenschaft berichten.

Die Freilassungen werden von der Hamas auch zur Manipulation der öffentlichen Wahrnehmung missbraucht. Sie will sich als Gruppe profilieren, die ein Herz für Verhandlungen und humanitäre Gesten hat. Aber die Geiseln sind für die Hamas keine Menschen, sondern Propaganda-Instrumente. Sie lässt sie in kontrollierten Interviews auftreten, begleitet von bewaffneten Militanten.

Die Radikalislamisten stellen die Freilassung von Geiseln als Demonstration ihrer Macht über Israel dar. Sie wollen sich als unbesiegbare Widerstandsbewegung gegen Israel in Szene setzen. Mit der Inszenierung der Übergabezeremonien soll der Eindruck entstehen, dass die Hamas die Bedingungen der Auseinandersetzung diktiert. Wobei die Hamas sicherstellt, dass diese Inszenierungen über ihre soziale Medien und Al Jazeera weltweit verbreitet werden.

Nichts wird dem Zufall überlassen: Durch die Bilder zeigt sich die Hamas als «menschenfreundliche» Gruppe. Sie will damit den öffentlichen Druck auf Israel erhöhen und weitere Verhandlungen erzwingen.

Die Darstellung einer «zivilisierten Übergabe» soll zudem von den Berichten über Folter und unmenschliche Haftbedingungen ablenken. Indem sie den Zeitpunkt, die Art und die Bedingungen der Übergabe kontrolliert, versucht die Hamas schliesslich, das emotionale Durcheinander in der israelischen Gesellschaft auszunutzen, die sich einerseits über die Freilassung von Geiseln freut, anderseits aber entsetzt und angeekelt über die brutale und zynische Show ist.

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